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Dienstag, 11. Dezember 2012, 22:55

Vertikale Linien in PTGui definieren: Eher weniger oder möglichst viele?

Hallo liebe Freunde der senkrechten Linien,

bei einem Kirchenpanorama habe ich (längst vergessen geglaubte) Schwierigkeiten, wirklich alle senkrechten Linien im Panorama als senkrecht darzustellen. Da gibt es so 2 bis 3 Säulen, die sich hartnäckig den Befehlen wiedersetzen. Kann es sein, dass Linien sich nicht senkrecht rücken lassen, wenn sie in Natura eben nicht wirklich senkrecht sind?

Welche Erfahrungen habt Ihr mit diesem Thema: Eher weniger oder möglichst viele Senkrechten durch entsprechende Kontrollpunkte setzen? In welcher Reihenfolge was optimieren?
Herzliche Grüsse

Visual.Tom

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2

Dienstag, 11. Dezember 2012, 23:04

Naja wenn sie in echt nicht senkrecht sind solltest du sie auch nicht senkrecht rücken ;) ich versuch immer möglichst an Türen und Fenster die Kontrollpunkte zu setzten, da die meistens am besten gerade sind.
Ich weiß nicht genau wie PTGui mit mehreren Linien umgeht aber ich denke es wird einfach das Mittel genommen. Daher kann es schon sinnvoll sein mehrere zu setzen um einzelne ungenaue Linien auszugleichen.

Gruß Arno

3

Dienstag, 11. Dezember 2012, 23:09

Naja wenn sie in echt nicht senkrecht sind solltest du sie auch nicht senkrecht rücken


Ja, das ist sicher richtig. Aber woher weiss ich, ob sie nicht wirklich senkrecht sind, wenn die Kirche nicht mal eben so um die Ecke gelegen ist?

P.S. Den Küster möchte ich in der Adventszeit nicht bemühen, mit einem Lot durch die Kirche zu laufen und alle Kanten zu prüfen. ;-)
Herzliche Grüsse

Visual.Tom

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Nikopan

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4

Dienstag, 11. Dezember 2012, 23:17

Hallo Tom,

ich mache bei meinen Kirchenpanos ca. 4 vertikale Linien, bei den Säulen weiß man nicht immer ob sie gerade sind. Ich setzte die Linien sehr kurz und nicht über die volle Länge.

gutes Gelingen
Grüße
Bernd

5

Dienstag, 11. Dezember 2012, 23:17

Achso das klang so, als ob du schon sicher weißt, dass sie nicht senkrecht sind ;)
Dann würde ich mich wie gesagt an Fenster und Türen halten, falls welche vorhanden sind. Natürlich nur wenn sie groß bzw. nah genug sind, damit die Linie nicht zu kurz, und der Fehler dadurch wieder größer wird.

6

Dienstag, 11. Dezember 2012, 23:40

Hallo Bernd, hallo Arno,

ah, interessant das sind jetzt 2 gegensätzliche Erfahrungen: Die Linie eher kurz setzen oder möglichst lang. Mal ausprobieren.
Herzliche Grüsse

Visual.Tom

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7

Mittwoch, 12. Dezember 2012, 00:34

Die besten Erfahrungen habe ich mit langen Linien, die tatsächlich senkrecht sein müssen. Gerne verwende ich auch die Lupenfunktion, um Kurze Kanten möglichst bildschirmhoch darzustellen, bevor ich die Linie setze.
Dass Kirchensäulen nicht senkrecht stehen, habe ich schon öfter beobachtet. Man sieht es vor Ort, wenn man sich in eine Flucht mehrerer Säulen stellt, und die Kanten vergleicht.
Tür- und Fensterkanten sind meistens sehr genau. Manchmal gibt es auch Lampen, die an sehr langen Kabeln hängen, die sind zum Ausrichten allerbestens geeignet.
Die Anzahl der Linien ist nicht so bedeutend wie ihre Qualität und ihre Lage zueinander. Die optimale Ausrichtung bekommt man, wenn man 2 lange, exakt senkrechte Kanten im Blickwinkel von 90° im Equi hat. Gar keinen Nutzen bringen zwei Linien, die im Bild um 180° versetzt sind, und die einzigen Senkrechten im Bild wären. Damit lässt sich ein Pano nicht ausrichten.

Wenn ein Pano trotz sauberen Stitchens nicht so recht ins Lot passen will, kann ich das numerische Ausrichten in Verbindung mit der Lupe nur empfehlen. Dabei verzichtet man völlig auf die Hilfslinienautomatik. Mit der numerischen Eingabe kann man ein Panorama viel feiner justieren, und behält die völlige Kontrolle in seiner Hand. Wie man dazu genau vorgeht, habe ich schon ausführlich beschrieben. Das Gute an dieser Methode ist, dass man mehrere Linien gleichzeitig im Auge behalten kann, und durch aufmarksames Beobachten eine Tendenz erkennen kann, ob eine Blickrichtung überwiegend nach links oder nach rechts kippt. Wenn auf engem Raum beide Kipprichtungen vorkommen, ist das ein Hinweis, dass Kanten nicht wirklich senkrecht gebaut wurden. Wenn man den Verdacht hat, dass eine Blickrichtung nach links kippt, aber dessen nicht ganz sicher ist, kann man die Blickrichtung um 180° drehen, und müsste an dieser Stelle zwangsläufig ein Kippen nach rechts feststellen.
Gruß vom pano-toffel

Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von »pano-toffel« (12. Dezember 2012, 00:53)


marijonas

Mega-User

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Wohnort: Kaufbeuren

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8

Mittwoch, 12. Dezember 2012, 03:40

Hallo Thomas,

da halte ich es auch wie pano-toffel, meist zwei gute Linien, 90° versetzt und "vernünftig" lang, will heißen, wenn ich mir unsicher bin, ob oben oder unten die Dicke der Säule stimmt, reize ich das nicht aus.

Gruß

Richard

9

Mittwoch, 12. Dezember 2012, 10:17

Kann es sein, dass Linien sich nicht senkrecht rücken lassen, wenn sie in Natura eben nicht wirklich senkrecht sind?

eigentlich kann es nicht sein.
man kann sagen das die linien die in natura nicht senkrecht sind , lassen sich im panorama senkrecht rücken lassen - dazu ptgui hat ein gutes werkzeug.
Aber gleichzeitig wenn wir die gesammte geometrie wie in der natur behalten wollen , werden die andere , senkrechte in der natur linie aus der lot im panorama herauzgezogen.

Ob das sinnvol ist muss der author entscheiden.

wenn alle linine will man in lot bringen , das theoretisch möglich ist , dann irgendwo kommmt zur geometrie störung , zeigen sich wellige, horizontale linien ( welliger horizont ).
Es ist manchmal schweer zu entscheiden, wann panorama richtig ausgewogen ist ( richtig =naturtreu). Aber wenn der author hat damit probleme , dann die beobachter meistens auch - sind nicht in der lage fesstestellen wie es in der natur ist. Um diese und solche dilema zu vermeiden verwende in der kirche immer ein nivellierer - in der praxis muss ich ein pano nach dem stitchen überhaupt nicht nivellieren.

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Panpan« (12. Dezember 2012, 10:26)


10

Mittwoch, 12. Dezember 2012, 10:27

Hi Tom,

unabhängig von der technischen Lösung in PTGUI sei darauf hingewiesen, dass es auch in der klassischen Architektur (nicht nur in der antiken) den Begriff der "Entasis " gibt.
Dabei muss diese Verjüngung bzw. das Anschwellen von Säulen noch nicht einmal wirklich augenscheinlich sein – geschickte Baumeister haben durchaus nur mit messbaren Werten gearbeitet.
;)
Hmmm, also ich richte nicht mehr an Säulen und Laternen aus, weil ich im Grunde nie exakt bestimmen kann, ob die auch gerade sind.
Vielleicht hilft Dir das ja weiter.

Ahoi
Claudia

11

Mittwoch, 12. Dezember 2012, 10:29

Hallo Tom,
die numerische Methode von pano-toffel ist gut, er schaut sich alle 90° dabei an.
Diese Methodik nehme ich für die Automatik:
Mein Setup ist, alle 90° bei 30°up ein Bild zu machen, dann eine weitere Reihe bei 30°down, diese um 45° zur oberen Reihe versetzt.
Dabei habe ich sowohl bei der up- als auch bei der down-Reihe eben alle 90° ein Bild.
Nun setze ich in einer der Reihen bei allen Bildern (entspricht eben alle 90°) mindestens eine Senkrechte in der Mitte oder sogar 2 Senkrechten jeweils
am linken und am rechten Bildrand. "Ausreichend lang" ist dabei ein gutes Maß :-)
Das ganze natürlich NACH Stitchen und Optimieren.
Dies hat bei meinen Innenarchitekturen immer zu sehr guten Ergebnissen geführt.
Kirchensäulen eignen sich nicht so gut, sie könnten leicht konisch konstruiert sein.
EDIT: UUPS, siehe oben, da war rosa schneller...)

Viel Erfolg beim Probieren & herzlichen Gruß zurück!

André
Nikon D300, Nikkor 10,5mm, MK Panohead III, LR 4.3, PS 06, PTGui, Pano2VR

12

Mittwoch, 12. Dezember 2012, 10:33

Eine pauschale Empfehlung kann es hier natürlich nicht geben. Je nach Motivsituation setze ich nach Möglichkeit alle 90° vertikale und horizontale Linien kombiniert innerhalb des Panoramas ein, so wie in meinem unteren Beispiel zu sehen ist. Oft nutze ich auch nur eine visuelle Prüfung und ziehe mir das Pano in PTGui mit der Maus zurecht.




13

Mittwoch, 12. Dezember 2012, 10:35


Hmmm, also ich richte nicht mehr an Säulen und Laternen aus, weil ich im Grunde nie exakt bestimmen kann, ob die auch gerade sind.

Ahoi
Claudia


ich habe bereits vor vielen jahren festgestellt, das die ungerade linien schöner als gerade sind.
ich war damals um 10 vielleicht 12 jahre jung und zufälligerweise habe ich ein älteres mädchen in der badewanne gesehen. Sie hat vergessen tür zu speren - kein zweifel bis heute - die kurven sind schöner !

damals wusste ich nicht, das vielleicht deswegen so ungerne in der zukunft werde meine panoramen in ptgui nivellieren ;-)

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Panpan« (12. Dezember 2012, 11:23)


14

Mittwoch, 12. Dezember 2012, 10:59

ich war damals um 10 vielleicht 12 jahre jung und zufälligerweise habe ich ein älteres mädchen in der badewanne gesehen


Ach, DU warst das ... .
:huh:

Ahoi
Claudia

15

Mittwoch, 12. Dezember 2012, 12:28

ich habe bereits vor vielen jahren festgestellt, das die ungerade linien schöner als gerade sind.

Nur für mein persönliches Zeitgefühl. Du meinst also die Zeit, als du deutlich zu alt warst, um in den ersten Weltkrieg eingezogen zu werden?

16

Mittwoch, 12. Dezember 2012, 12:45

Hallo liebe Forumskollegen,

vielen Dank für Eure Tipps, Ihr seid klasse. Die Linien stehen jetzt senkrecht, aber nicht überall, sondern so, wie es mir "natürlich" erscheint. Das kommt architektonisch eben wie von Menschenhand gebaut rüber. Eine 100%ige Korrektur wirkt auf mich zu künstlich und übertrieben.

@Bernd, Arno, pano-toffel, Richard, Horsty:
4 kurze, senkrechte Linen jeweils ca. im 90° Abstand haben sich bestens bewährt. Wie pano-toffel schreibt, können das auch Lampenaufhängungen sein, die hier quasi als "Lot" fungieren. Übrigens auch im Zenitbild.

@ Horsty:
Horizontale Linien zu definieren bedurfte es nicht einmal.

@pano-toffel:
Die von Dir dargestellte Methode mit der Lupe ist klasse, war aber gar nicht mehr erforderlich. Probiere ich aber noch mal aus.

@Panpan
Die Fotos mancher Hungerhaken-Models heute sind wahrscheinlich auch mit PTGui geradegerückt ... Kurven sind mir auch lieber.

@Claudia + Andre
Vielen Dank für den Hinweis auf die optischen Tricks der alten Baumeister. Bei Single-Shot Aufnahmen von manchen Gebäuden mit dem Shift-Objektiv reize ich die Vertikalverschiebung auch nicht immer voll aus, um den subjektiven Eindruck der sich nach oben verjüngenden Linien zu erhalten.
Herzliche Grüsse

Visual.Tom

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Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Visual.Tom« (12. Dezember 2012, 14:54)