Völlig korrekt ist es, den Part Altersvorsorge mit zu berücksichtigen. Völlig illusorisch ist es, diesen Part von Anfang an berücksichtigen zu wollen - dies gilt zumindest für diejenigen, die auf einer grünen Wiese und mit einer eher pessimistischen Ertragsvorschau in die Selbstständigkeit starten. Je nach dem wie sich die Erlöse entwickeln, empfehle ich nach einem Zeitraum von bspw. 24 bis 36 Monaten sich mit einem unabhängigen Berater oder Finanzspezialisten zusammen zu setzen, der einem maßgeschneiderte Lösungen vorschlagen kann. Oft können auch Steuerberater schon hilfreiche Infos geben. Übrigens ist es auch nicht die schlechteste Idee sich mit deutlich besser gesicherten Sachwerten auszustatten, statt auf manchmal fragwürdige und unsichere Altersvorsorgen der Versicherungswirtschaft zu setzen.
Generell halte ich einen Teil der Rentenreform für nachvollziehbar. Es gibt in Deutschland rund 2,4 Millionen Selbstständige im Kleinstgewerbe, also One-Man-Shows ohne Mitarbeiter, die sich gezwungenermaßen gerade eben so über Wasser halten können. Da ist häufig gar kein Geld übrig für die Altersvorsorge. Hinzu kommen noch die so genannten Aufstocker unter den Selbstständigen, deren
Zahl exorbitant gestiegen ist. Das hat natürlich Folgen und zwar nicht nur für den Rententopf, sondern auch für die Kommunen, denen immer weniger Geld zur Verfügung steht. Es wird daher eine Flut an steuerfinanzierten Grundsicherungen erwartet, weil die Kleinstgewerbler keine Chance hatten "etwas" auf die Hohe Kante zu legen.
Fataler Weise wird bei dieser lebens- und realitätsfremden Rentenreform leider das eigentliche Problem nicht an der Wurzel gepackt. Wieso werden eigentlich Selbstständige nicht nach den für jeden Angestellten üblichen Regeln zur Kasse gebeten? Nämlich nach ihren tatsächlichen Einkommen. Und wann zahlen auch mal Beamten etwas in die Rentenkasse?
Viele Grüße von Horsty
, der nicht immer fringes manipuliete.