Hallo Mike ich denke du hättest bei Film (Analog) ähnliche Probleme. Da müsst man wohl auch nachträglich filtern müssen, wenn man mit Kunstlichtfilm durchs Fenster fotografiert. Da ist es im digitalen doch einfacher. Normal müsste man hier ein Duplikat der RAW Aufnahme auf das Fenster (draussen) abgleichen um den Blaustich wegzubekommen. Anschliessend mit Auswahl und Ebenenmaske das abgeglichene in das Kunstlicht einfügen. Nachtrag: Gerade beim Abspeichern fiel mir auf das bereits 218 User (bis 14.05 Uhr) den Thread angeklickt haben. Das zeigt doch wie hoch das Interesse bei diesem Problem ist bez. das das ein Manko ist, was man lösen möchte. Gruß Ralf
Zitat
Original von mhc1 So würde ich es hier dann auch sehen: entweder mitteln oder überblenden.
Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Blockbuster« (1. Dezember 2006, 14:04)
- na ja.
Ich hab mir in letzter Zeit sehr viele Panoramen angeschaut - 75% davon sind äußerst durchschnittliche Fotografie deren einzig Interessantes darin besteht, herumschwenken zu können. Wenn die auch noch "voll neutral" in der Farbigkeit sind . . dadurch werde sie wirklich nicht besser.
Ich hab mir auch so ziemlich alle Panoprogramme angeschaut. Und nach meiner Meinung (!) ist Autopano so ziemlich das einzige Programm, das einem kreativen Fotografen entgegenkommt indem es ihn nicht mit Dingen belastet, die ihn nicht interessieren - wenn er mit ihnen nichts zu tun haben will.
Und das trotzdem ausgezeichnete Ergebnisse liefert. Das aber auch die Möglichkeit bietet, in jeder Form und auf jede Art und Weise einzugreifen die andere Programem auch bieten!
Ich hasse Fernbedienungen bei Fernsehern oder Videorekordern, die man erstmal eingehend studieren muß, um was damit anzufangen. Ich will fernsehen oder Musik hören - keinen Kurs in Fernbedienungsprogrammieren machen . .
Ähnlich geht mir das mit PTMac, PTGui, Stitcher usw. - in meinen Augen unerträglich. Und in der Qualität nicht besser oder vielseitiger. Ich muß mit einem Programm arbeiten können ohne vorher Einstellungen vorzunehmen wie Winkel, Brennweiten usw. Das Programm muß das selbst erkennen können ohne mich damit zu belasten. Zumal ich oft mit manuellen Objektiven arbeite, die keine EXIFs rausgeben.
APP erkennt die Brennweite und korrigiert ggf. auch Verzeichnungen, wenn das Objektiv in keiner Tabelle steht. Ich muß nicht erstmal Templates anlegen usw. - sowas geht mir auf den Geist.
Als Werbefotograf bin ich Arbeiten auf höchstem Präzisionsniveau gewohnt. Daher arbeite ich mindetens auf Mittelformat, oft auf Großformat 8x10" (20x25cm) Dias. Es ist also nicht so, daß ich eine präzise nicht von einer unpräzisen Funktionsweise zu unterscheiden gewohnt wäre.
Es kommt immer darauf an, was man erreichen will und was man erreichen muss und wie es stilistisch angebracht ist, es durchzuführen.
Hier mal ein Stich aus ca. 40 Bildern (JPG fotografiert), der planprojeziert ist und den ich mit APP gemacht habe - im Editor von APP in drei Minuten entzerrt. Ohne jede Korrektur an CPs oder sowas:
http://www.klausesser.de/Tempel.jpg
und ein 100% Ausschnitt:
http://www.klausesser.de/TempelCut2.jpg
und noch als Beispiele, wie man Nicht-Neutralität als Stilmittel einsetzen kann (alles APP-Stitches, ohne daß ich in den CP-Editor mußte):
http://www.klausesser.de/Spec1.html
http://www.klausesser.de/Spec19.html
http://www.klausesser.de/Spec12.html
http://www.klausesser.de/hindex.html
http://www.klausesser.de/indexA.html
http://www.klausesser.de/Spec4.html
PS.: unter Deinem Link auf FC kommt nichts! Dieser Beitrag wurde bereits 3 mal editiert, zuletzt von »klausesser« (1. Dezember 2006, 14:29)
Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »klausesser« (1. Dezember 2006, 14:53)
Das wäre mit Bracketing nicht passiert.
Gruß, Klaus Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »klausesser« (1. Dezember 2006, 15:24)
Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von »klausesser« (1. Dezember 2006, 16:47)
Vorweg, ein wirklich toller Thread der sich hier entwickelt, hart aber doch fair...
Zitat
Original von klausesser Interessanterweise ist das Ausgleichen von Tageslicht Draussen/Kunstlicht Drinnen eigentlich nur für Amateure ein Problemthema - Profis gleichen das sehr selten an. Fragt sich auch: wozu?
zum Thema:
jetzt musste ich schon ernsthaft schlucken...
Du bist der erste Profi den ich kennenlerne, der so denkt.
In meiner aktiven Zeit, in einer grösseren Werbeagentur, wäre so ein Denken tötlich gewesen.
Mit so einem Gedanken hätte man kein Auftrag bekommen.
Das ist jetzt nicht meine persönliche Meinung, sondern die meines ehemaligen Art Direktors. Aber unsere Meinungen waren schon recht ähnlich...
Richtig ist, das man mit Fraben spielen kann, um Sie kreativ einzusetzen. Das bedeutet, dass die Farben ein harmonisches Gesamtbild ergeben. In dem genannten Beispiel finde ich sie nicht harmonisch, eher wie ein Fremdkörper, der sofort auffällt.
Wie Malum schon schrieb, ist die objektive Wahrnehmung eines Menschen anders.
In dem Beispiel ist es für mich eben ein technischer Fehler, der eigentlich ausgeglichen sein sollte. Aber wenn es der Kunde so wünscht... jedem sein Himmelreich.
Gruß
Ralf
"In dem Beispiel ist es für mich eben ein technischer Fehler, der eigentlich ausgeglichen sein sollte."
so argumentiert kann man auch selektive Unschärfe als "technischen Fehler" bezeichnen . . . tust Du das?
"In dem genannten Beispiel finde ich sie nicht harmonisch, eher wie ein Fremdkörper, der sofort auffällt.
Wie Malum schon schrieb, ist die objektive Wahrnehmung eines Menschen anders."
interessanter Punkt: die "optische Wahrnehmung eines Menschen" kann Fotografie nicht treffen. Niemals. Schon deshalb, weil sie a) zweidimensional ist und b) subjektiv-selektiv perspektivisch so gesehen, wie das Auge eben NICHT sieht. Fotografie ist IMMER eine Interpretation, eine Neu-Schöpfung der Realität.
Ein spärisches Panorama entspricht mit seinen Verzerrungen beim Schwenken nun wirklich nicht der menschlichen Wahrnehmung . . . Ein 120-140Grad planes WW-Foto schon eher.
Und "harmonisch" ist für meine Mutter was ganz anderes als für mich . . die ist als ehemalige Modejournalistin und -zeichnerin ganz anders gepolt.
Ich bin da radikaler und experimenteller. "Harmonie" kann auch einschläfernd sein, Spannungen nivellieren und: Spannung ist das, was ein Foto interessant macht - nicht Harmonie . . .
Ich weiß aber, was Ihr meint . . . hab auch eine zeitlang so gedacht . .
Gruß, Klaus
Oft haben Kunden Vorstellungen, die zwar für sich gesehen verständlich und ok sind, sich aber fotografisch oft nur unzulänglich realisieren lassen (und das sieht man den Fotos dann an). Und wenn, dann entweder mit großem Aufwand - wann man es konsequent machen will(da kommen dann die Rückzieher) - oder mit ebensowenig überzeugenden Ergebnissen wie die Idee selbst. Man kann von Kunden nicht erwarten, fotografisch denken zu können. Man muß ihnen vorführen, wie es besser geht.
Wenn ich von meiner Idee überzeugter bin als von der des Kunden, dann realisiere ich meine Idee. Wichtig ist natürlich, das auch fundiert zu begründen - das sollte klar sein. Ich hab auch schon erlebt, daß eine Vorstellung des Kunden begründeter war als meine. Mann muß immer auch die Hintergründe und Zusammenhänge verstehen - sonst verfehlt man schnell das Thema, der Kunde ist dann zurecht sauer und man muß auf eigene Kosten wiederholen. Ist mir auch schon passiert. Einmal - seitdem hör ich genauer zu . . .
Gruß, Klaus Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »panocanarias« (2. Dezember 2006, 02:11)
Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »klausesser« (2. Dezember 2006, 02:12)
Nach meinem Empfinden ist es aber so. Das Fenster dominiert (als technischer Fehler) eindeutig und der Rest ist in recht einheitlichen Farben.
Zitat
Original von klausesser Ich meine, daß es nicht darauf ankommt ob ein Fenster einen Blaustich hat oder nicht - solange der sich in Grenzen hält und nicht das Bild dominiert, versteht sich.
ein heißes Eisen, wo sich jemand schnell angegriffen fühlt. Ein unbeteiligter würde warscheinlich nie denken, das das Fenster als Stilelement gelten soll. Eher würde sich der Verdacht auftun... da hat aber einer wenig Lust gehabt, oder mangelnde Kenntniss der Retusche oder ähnliches. Da ich aber ein Beteiligter bin und das Hintergrundwissen habe, muss ich deine Antwort so hinnehmen...
Zitat
Original von klausesser Aber das muss einfach jeder für sich entscheiden - und er sollte niemandem der das anders sieht vorhalten, dieser würde sich einfach nur nicht die Mühe machen wollen . .
Das ist doch das was ich sage... (in einem anderem Thread): "Back to the Roots" und nicht sich stundenlang mit Automatiken aufhalten. Die Ausnahme ist: man will es so, weil das fertige Bild so sein soll. Tatsache ist, dass mit den schon angesprochenen Techniken (Auswahl, Ebenen, Ebenenmasken) schnell und einfach Retusche und Compositing ermöglicht wird. Das dauert auch keine "Stunden". Woran es meist scheitert, ist der fehlende Wille diese Technik zu erlernen. Da gebe ich ehrlich zu, es ist sehr zeitaufwendig und arbeitsintensiv... aber es lohnt sich. Man nehme mal nur Beispiele wie feine Haare oder durchsichtige Objekte. Ohne diese Techniken wäre es garnicht möglich solche Objekte freizustellen bez. zu maskieren um sie dann für andere Hintergründe zu nutzen. Jetzt müsste eigentlich wieder ein Einwand der Automatikfreunde kommen... aber vorweg: Es gibt Versuche das man das anständig hinbekommt (z.B. Fluid Mask). Aber auch hier ist das "händische" Maskieren meist schneller als die Automatik, da hier auch viel nachgearbeitet werden muss. Übrigens... diese "händischen" Techniken waren auch für mich eines der wichtigsten Ausbildungsziele, bei meinen Azubi,s während Ihrer Lehrzeit als Mediendesigner. Mehr dazu übrigens hier: Katrin Eismann Diese Frau ist in meinen Augen das Vorbild für Arbeiten ohne Automatiken.
Zitat
Original von tinguaro999 Ich kann mich zwar stundenlang mit HDR, Tonemapping und Maskierung abquälen, um in einem Vermiet-Appartment auch durch die Fenster nach außen sehen zu können; was habe ich jedoch davon, wenn dem Kunden das zu teuer oder zu "unnatürlich" ist.
100% Zustimmung, wenn es zum Bild passt.
Zitat
Original von tinguaro999 Ja, manchmal gefallen sogar auch "blaue Fenster".
schönen Samstag...
Ralf © 2006-2025