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Tom58

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1

Donnerstag, 24. Oktober 2019, 17:20

Schärfentiefe verschiedener Objektive

Hallo zusammen,

ich bräuchte noch mal Nachhilfe zum Thema Schärfentiefe (immer bei der gleichen Blende) in der Panoramafotografie. Manche Objektive haben bei 30cm den schärfsten Punkt, andere bei 1m oder bei unendlich. Ich habe einmal einen Test bei meinem Sigma 12-24mm gemacht und meine, unendlich ist etwas schärfer als die 1m Einstellung. Kann aber auch täuschen. Bei meinem 6,5mm Opteka habe ich immer 1m eingestellt und das scheint zu passen.

Gibt es eine Möglichkeit den optimalen Schärfepunkt anders zu ermitteln als sich durch die Entfernungsskala zu knipsen?

Danke und Gruß

Tom

P.S.: ich konnte mich vor 2 Tagen einige Tage von keinem Browser her einloggen!

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Tom58« (31. Oktober 2019, 08:07)


2

Donnerstag, 24. Oktober 2019, 19:29

Schau mal hier, vielleicht hilft das Studium. http://www.erik-krause.de/schaerfe.htm

Gruss

Tom58

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3

Freitag, 25. Oktober 2019, 16:02

Schau mal hier, vielleicht hilft das Studium. http://www.erik-krause.de/schaerfe.htm

Gruss


Vielen Dank aber trotz Glossar verstehe ich leider nur die Hälfte. Was ist nun - lt. Tabelle - bei Blende 8 und 12mm Brennweite als Entfernung einzustellen? 73,2cm?

Gruß
Tom
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Undertable

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4

Freitag, 25. Oktober 2019, 18:41

Gibt es eine Möglichkeit den optimalen Schärfepunkt anders zu ermitteln als sich durch die Entfernungsskala zu knipsen?

Aussagekräftiger als jede Tabelle ist speziell für Dein Exemplar m.E. das letzt Genannte. Dann hast Du Gewissheit die Dir Keiner nehmen kann.
Zeitaufwändig, aber wenn man`s einmal gewissenhaft macht weiß man was künftig einzustellen ist.

Der Vergesslichkeit zum Trotz kann eine Hilfsmarkierung hilfreich sein, wenn die optimale Einstellung erst mal gefunden ist.
Punkt auf Punkt oder Strich auf Strich :-)

Vielleicht hab ich Deine Frage aber auch falsch verstanden. Mich irritiert nämlich ein wenig Deine Formulierung:
...Schärfentiefe (immer bei der gleichen Blende) in der Panoramafotografie...

Die Schärfentiefe beschreibt meiner Auffassung nach ja nicht eine bestimmte Tiefe oder einen bestimmten Abstand, bei dem der schärfste Punkt zu verorten ist, sondern den Motivbereich der scharf wahrgenommen wird.
Die Stellschraube dafür ist die Blendenöffnung also ist es die geeignete Blende die es zu ermitteln gilt: große Blendenöffnung (kleine Blendenzahl) bewirkt geringe Schärfentiefe und umgekehrt. Beim Schließen der Blende schlägt aber irgendwann die Beugungsunschärfe zu.

Manche Objektive haben bei 30cm den schärfsten Punkt, andere bei 1m oder bei unendlich.
Und ich dachte immer man legt den schärfsten Punkt im Motiv durch Fokussieren fest.
Meiner Auffassung nach liegt der schärfste "Punkt" bei dem Abstand auf den Du fokussierst. Davor und danach wird`s unschärfer. Den Bereich der von vorne bis hinten noch als scharf empfunden wird verstehe ich als Schärfentiefe.

Dieser Beitrag wurde bereits 5 mal editiert, zuletzt von »Undertable« (25. Oktober 2019, 20:50)


Tom58

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5

Freitag, 25. Oktober 2019, 19:19

Gibt es eine Möglichkeit den optimalen Schärfepunkt anders zu ermitteln als sich durch die Entfernungsskala zu knipsen?

Aussagekräftiger als jede Tabelle ist speziell für Dein Exemplar m.E. das letzt Genannte. Dann hast Du Gewissheit die Dir Keiner nehmen kann.
Zeitaufwändig, aber wenn man`s einmal gewissenhaft macht weiß man was künftig einzustellen ist.

Der Vergesslichkeit zum Trotz kann eine Hilfsmarkierung hilfreich sein, wenn die optimale Einstellung erst mal gefunden ist.
Punkt auf Punkt oder Strich auf Strich :-)



Hallo Oli,

das würde ich ja machen - aber bei meinen ganzen bisherigen Testreihen zwischen 30cm und Unendlich waren die Unterschiede jetzt nicht so gigantisch (was ich übrigens überhaupt nicht verstehe). Deshalb wäre es toll eine Zahl zu bekommen um die eigene Subjektivität damit auszuschließen. Die Tabelle hat mir jedenfalls nicht wirklich weiter geholfen. Aber die 73,2 Einstellung werde ich trotzdem mal testen. Nur mal so am Rande - wenn ich 3x die gleichen HDR in PTGui 11 lade bekomme ich 3x unterschiedliche Ergebnisse. So viel zu Testreihen.

Danke und Gruß

Tom

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Freitag, 25. Oktober 2019, 20:15

bei meinen ganzen bisherigen Testreihen zwischen 30cm und Unendlich waren die Unterschiede jetzt nicht so gigantisch (was ich übrigens überhaupt nicht verstehe).

Bei Fisheyes mit 8mm ist oft bereits ab Blende 8 schon von ganz vorne bis ganz hinten Alles scharf. Also muss man da die Blende gar nicht so weit schließen und riskieren dass sich die Beugungsunschärfe unerwünscht bemerkbar macht.
Bei 8mm Fisheyes würde ich für größtmögliche Schärfentiefe Testreihen zwischen Blende 8 und 11 machen. Ist die Blendeneinstellung ermittelt kannst Du Dir Gedanken darüber machen wo Du den schärfsten Punkt/Abstand im Motiv haben willst. Die große Frage ist dann worauf Du fokussierst.
In dem Zusammenhang wird dann gerne auch über die Hyperfokaldistanz philosophiert. Da hab ich mich schon in Theorieen und Berechnungen verloren, dass mir beinahe der Spaß am Fotografieren verging.
Weniger Wissenschaftlich war`s mir dann doch lieber.

Weil es nur durch subjektives Betrachten von Bildern einer solchen Serie schwierig ist zu urteilen, bediene ich mich zuweilen gerne simpler Hilfsmittel.
Da ich die korrekte Bezeichnung nicht kenne, umschreibe ich`s mit meinen Worten, in der Hoffnung dass mich vielleicht noch wer ergänzt oder korrigiert:

Auf Testbildern gibt es nicht selten Geometrieen zur Schärfebeurteilung. Mir persönlich gefallen konzentrische Kreise vor allem aber runde- Anordnungen von Linien, die sternförmig in der Mitte zusammen laufen.
Da gibt`s bestimmt tolle Namen für, sorry wenn ich die nicht kenne. Solche Sachen habe ich mir schon ausgedruckt, als runde Scheibe auf Pappkarton geklebt und an billigen Alustativen befestigt, die man prima in unterschiedlichen Abständen im Motiv hin stellen kann.

Bei 360° Panoramen beginnt der interessante Motivbereich zumindest für mich häufig mit dem Boden. Also stellt für mich der Abstand der Linse zum Boden die Nahgrenze dar, die im Pano mit Blick nach unten scharf erscheinen sollte.
Als Betrachter hat mich ein knackscharf abgebildeter Boden schon über manches weniger rühmliche Detail im Hauptmotiv hinweg getäuscht, so dass ich dann gerne den Eindruck habe ein qualitativ hochwertiges Pano zu sehen.
Umgekehrt suggeriert mir manch matschiger Boden generell schlechtere Bildqualität, obwohl das gar nicht immer der Fall ist. Vielleicht liegt`s auch einfach nur daran, dass ich als Bastler quasi immer an Nadirbildern interessiert bin.
Um also meine Nahgrenze (den Boden) scharf zu kriegen lege ich meine runde Pappscheibe zur Schärfebeurteilung entweder direkt auf den Boden oder stelle Stativ mit der Pappscheibe auf Augenhöhe Abstand zur Linse = Augenhöhe.
Mit Blick auf die Pappscheibe, bei aktiviertem LiveView und Vergrößerung, fokussiere ich manuell ausgehend vom Anschlag unendlich langsam zurück bis mir die Geometrie gerade so scharf erscheint.
An der Entfernungseinstellung wird der Boden dann scharf empfunden und über die zuvor ermittelte Blendeneinstellung reicht der als scharf empfundene Bereich (Schärfentiefe) dann entsprechend weit in die Tiefe.
Dann kann man anfangen Bilder zu schießen, einfache Fotos! (keine Belichtungsreihen für HDR-Zusammenrechnung). Das zuvor erwähnte Rantasten an den Nahbereich ist zwar auch nur eine Annäherung aber unter Berücksichtigung genau Deines Exemplars!
Man kann dann mit einer 2ten solchen Scheibe weiter verfeinern: Eine bleibt an der Nahgrenze, die zweite stellt man an`s Hauptmotiv z.B. ein paar Meter weiter weg oder auch etwas weiter weg.
Die Scheibe wird halt bei kleinen Brennweiten schnell so klein, dass man`s nicht mehr richtig erkennen kann. Da kann ein größerer Ausdruck auf A4 hilfreich sein.
Durch Vergleichen der beiden Scheiben kann man dann brauchbare Kompromisse finden - bilde ich mir zumindest ein.

Deshalb wäre es toll eine Zahl zu bekommen um die eigene Subjektivität damit auszuschließen. Die Tabelle hat mir jedenfalls nicht wirklich weiter geholfen.

Neben der eigenen Subjektivität gibt es immer auch Serienstreuung. Dadurch bedingt dienen sture Tabellen bestenfalls als grobe Orientierung.
Wenn Du das Beste aus Deinem Equipment herausholen willst musst Du es kennenlernen und Dich ausgiebig damit beschäftigen.
Kostet wie gesagt nur anfangs viel Zeit. Dann weisst Du genau was einzustellen ist um aus Deinem Exemplar das Beste herauszuholen.

wenn ich 3x die gleichen HDR in PTGui 11 lade bekomme ich 3x unterschiedliche Ergebnisse. So viel zu Testreihen.

Optimiere zunächst mal Deine Standard-Fotografie: Equipment genau kennen und Parameter sicher einstellen können.
Erst wenn man das beherrscht und Routine hat ist es sinnvoll sich mit weiteren Techniken wie Panoramen und HDR zu beschäftigen.
Schlau gesprochen, ich weiß. Selbst hab ich mich leider auch nie dran gehalten und bin da mitten hinein gestolpert :-)

Viele Erfolg auf Deinem Weg
Oli

Dieser Beitrag wurde bereits 5 mal editiert, zuletzt von »Undertable« (2. November 2019, 09:17)


7

Mittwoch, 30. Oktober 2019, 09:27

Bei meinem 6,5mm Opteka habe ich immer 1m eingestellt und das scheint zu passen.


Hallo Tom


Nicht immer.

Sollte man unterscheiden zwischen auflösungvermögen des objektivs und Auflösung des Bildes.

Die beste Auflösung erreichen wird in der schärfeebene . Je näher und je weiter sich Gegenstände befinden , desto werden die mit kleinerer Auflösung dargestellt.
Auflösung ändert sich wie eine Glockenkurve ( ziemlich flach) .
Es ist nicht ratsam , oder überhaupt falsch, wenn stellst die Entfernung zB. auf 1 m , und ein Motiv ist ab 3 bis unendlich entfernt.

Theoretisch sollte man so Entfernung einstellen , das im Bereich der fotografiert sein sollte, die Auflösungkurve möglichst hoch leuft ( also eine integrale).

Schwer wörtlich zu erklären , habe jetzt keine Möglichkeiten eine Skizze zu schicken.

Lange rede, kurzer Sinn:

IN Innenreumen stelle ich die Entfernung etwas kürzer als auf die wände - also meistens um 2-5 m ( blende acht) ein.
Landschaft - die Entfernug etwas weniger als unendlich . "oo" - Symbol befindet sich ca 2 - 3 mm vor dem strich entfernt.


Einstellung auf die hiperfocale ist prinzipiell falsch , weil bei FE-objektiven es beträgt ca 60 cm ( blende acht) , und selten in dieser Entfernung sich überhaupt was befindet.
Es bedeuted, das in dem Fall , Maximum der Auflösung wird verschenkt, befindet sich in solcher Entfernung wo sich keine gegenstände befinden.


Da der Zerstreungkreis in der digitalfotografie kleiner als in Analogfotografie angenommen ist , man kann auch die Enfernung etwas anders einstellen.

bei der blende zb 8 , den Symbol "oo" auf der Schärfentiefeskala des Objektivs vis a vis der Blendzahl 5,6 einstellen ( um eine stufe weniger als tatsächliche blende)

8

Mittwoch, 30. Oktober 2019, 10:38

ist mir doch gelungen kleine Skizze zu zeichnen.






Wenn das Objekt befindet sich zB: zwischen 3 und 100 m , dann wenn wir eine Enfernung von 5 m einstellen , wird das Objekt mit grösserer Auflösung dargestellt ( grüne Kurve) , als wir 1 m eingestellt hätten( schwarze Kurve).

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Panpan« (30. Oktober 2019, 13:36)


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9

Mittwoch, 30. Oktober 2019, 12:30

Hallo Tom,

...vor allem aber runde- Anordnungen von Linien, die sternförmig in der Mitte zusammen laufen.
Da gibt`s bestimmt tolle Namen für, sorry wenn ich die nicht kenne. Solche Sachen habe ich mir schon ausgedruckt, als runde Scheibe auf Pappkarton geklebt und an billigen Alustativen befestigt, die man prima in unterschiedlichen Abständen im Motiv hin stellen kann.

Der passende Suchbegriff ist scheinbar "Siemensstern".

Mit Blick auf den Siemensstern, bei aktiviertem LiveView und Vergrößerung, fokussiere ich manuell, ausgehend vom Anschlag unendlich, langsam zurück bis mir die Geometrie des Siemenssterns scharf erscheint.[/quote].
Das ist für mich persönlich dann die korrekte Entfernungseinstellung. Bei mir wie gesagt i.d.R. der Boden. Kann aber z.B. auch ne Wand sein, oder in ner Kirche der Altar oder ein Fenster oder sonst ein Motovteil mit Bedeutung.
Den dabei abgelesenen Entfernungswert kann man Spasshalber auch mal mit dem vergleichen, wenn man per Autofokus auf den Siemensstern zielt.

Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von »Undertable« (30. Oktober 2019, 16:56)


Tom58

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Donnerstag, 31. Oktober 2019, 07:52

Hallo Oli,

dann hatte ich bis jetzt immer Glück, denn meine Böden sind i.d.R. scharf, wenn ich nicht verwackle.

Ich persönlich würde allerdings scharfe Gebäude- oder Landschaftskonturen einem scharfen Bodenbild vorziehen. Da dreht sich zudem meistens noch mein Logo und nach meiner Erfahrung sind der Zenith und der Nadir für die Betrachter jetzt nicht so mega spannend. Ich werde den Ratschlag von Panpan mit den unterschiedlichen Entfernungseinstellungen (je nach Motivabstand) mal ausprobieren. Aber wenn ich dann z.B. auf 'Unendlich' stelle, muss ich das bei der Aufnahme des Bodens wieder zurückstellen. Immerhin, in Bezug auf die Blende 8 scheinen sich hier alle einig zu sein!

Vielen Dank und Gruß

Tom

11

Donnerstag, 31. Oktober 2019, 09:35

Tom

nicht unendlich.

beim Landschaft etwas kürzer - wie geschrieben "oo" - 2 bis 3 mm vor dem entfernungsstrich auf der Scala.

für Boden stelle Entfernung separat , meistens um 1,5 m.

versuche immer so genau wie es möglich ist.

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12

Donnerstag, 31. Oktober 2019, 13:09

Ich persönlich würde allerdings scharfe Gebäude- oder Landschaftskonturen einem scharfen Bodenbild vorziehen...sind der Zenith und der Nadir für die Betrachter jetzt nicht so mega spannend.

Ich wollte Dich auch nicht dazu überreden unbedingt immer auf den Boden scharf zu stellen. Auch wenn theoretisch nur ein ganz bestimmter Bereich optimale Schärfe und maximale Auflösung hat, wirkt mit der Schärfentiefe ein bestimmter Bereich scharf.
Du legst natürlich selbst fest von wo bis wo sich dieser Bereich erstreckt und welcher Bereich maximale Schärfe und Auflösung hat. Der Siemensstern ist meines Erachtens ein gutes Hilfsmittel, die korrekte Entfernungseinstellung für einen vorgegebenen Abstand zu finden, weil Du nicht nach Tabellen sondern direkt nach optischem Empfinden urteilen kannst.
Beim simplen Vergleichen von Fotos ist es, wie Du schon festgestellt hast, mitunter schwierig bestimmte Schärfeebenen exakt zu lokalisieren.

...Aber wenn ich dann z.B. auf 'Unendlich' stelle, muss ich das bei der Aufnahme des Bodens wieder zurückstellen

Um das vermeiden zu können könntest Du den Bereich der Schärfentiefe z.B. so legen, dass er bei (noch) scharfem Boden beginnt, sich über den knackscharfen Hauptmotivbereich (Amplitude von Panpan`s Kurve) hinweg bis hin zum (gerade noch) scharfen Ende hin ausdehnt.

in Bezug auf die Blende 8 scheinen sich hier alle einig zu sein!

Blende 8 ist zwar ein guter Ausgangspunkt für Versuche aber pauschalisieren würde ich die nicht.
Aussagekräftig sind allein die eigenen Versuchsergebnisse.

Gruß
Oli

13

Freitag, 1. November 2019, 09:17

Schon mal über "Hyperfokaldistanz" nachgedacht ?
mfG schwarzvogel

Tom58

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14

Freitag, 1. November 2019, 12:25

Schon mal über "Hyperfokaldistanz" nachgedacht ?
mfG schwarzvogel


Sogar ausprobiert. Horizont unscharf! Verstehe das Prinzip eh nicht. Mit einer 1x richtig eingestellten HFD bräuchte man ja nie mehr scharf stellen. Wozu dann überhaupt noch fokussieren?

15

Freitag, 1. November 2019, 20:07

Mit einer 1x richtig eingestellten HFD bräuchte man ja nie mehr scharf stellen. Wozu dann überhaupt noch fokussieren?


HFD gibt grösstmögliche Schärfentiefe , aber nicht bestmögliche Auflösung der Darstellung in fotografiertem Bereich.
Bei HDF mit FE fotografiert, meistens Maximum der Auflösung befindet sich zu nah , ausserhalb des motivs.

Auflösung ist nicht gleich in ganzem Bereich.
Schärfentiefe es ist ein Bereich , wo die Auflösung ist grösser als minimal zulässig. Aber in dem Bereich niedrigste Auflösung befindet sich bei den grenzen des bereichs , Maximum irgendwo dazwischen ( Glockenkurve).

Undertable

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Samstag, 2. November 2019, 08:04

Mit einer 1x richtig eingestellten HFD bräuchte man ja nie mehr scharf stellen. Wozu dann überhaupt noch fokussieren?

An welchen Parametern dreht man um "richtig einzustellen"?

1.) Du wählst eine bestimmte Brennweite aus.
große Brennweite für höhere Auflösung, höheren Arbeitsaufwand (Anzahl von Einzelaufnahmen).
kleine Brennweite geringere Auflösung, geringerer Arbeitsaufwand (weniger Einzelaufnahmen).

2.) Du wählst eine Blende aus, die die Schärfentiefe vorgibt, einen Entfernungsbereich der scharf empfunden wird.
Auch wenn dieser Bereich scharf empfunden wird gibt es dort nur 1 bestimmtes Maximum an Schärfe (Amplitude von Panpan`s skizzierter Kurve). Vor und nach diesem Maximum fällt die Schärfe weiter ab.

3.) Du fokussierst auf die eine Entfernung (Autofokus oder manuelle Entfernungseinstellung), die maximale Schärfe haben soll..
Nach wie vor muss Dir klar sein, dass davor und danach die Schärfe wieder abnimmt.

Vielleicht wird`s am Beispiel eines Portraitfotos verständlicher:
Im Gegensatz zur Panofotografie will man beim Portrait freistellen d.h. die Person soll scharf sein, davor und danach solls unscharf sein.
Durch Öffnen der Blende (kleine Blendenzahl) erhält man eine geringe Schärfentiefe von z.B. (nur) 6m.
Damit nicht die 6m vor oder -nach der Person scharf sind, sondern die Person selbst, fokussierst Du genau auf die Person,
oder mit anderen Worten stellst Du auf genau den Abstand scharf in der sich die Person vor der Kamera befindet.

Bei Panoramen will man ja i.d.R. maximale Schärfentiefe, also macht man die Blende möglichst weit zu.
Limitiert ist man dabei durch die Beugungsunschärfe. Hat man die passende Blende ermittelt geht es drum festzulegen,
a) welcher Motivabstand das Maximum an Schärfe haben soll (Fokus/Entfernungseinstellung direkt auf dieses Element) aber auch
b) welcher Motivbereich als scharf empfunden werden soll, also von wo bis wo sich die Schärfentiefe im Motiv ausdehnen soll.

Ich persönlich würde allerdings scharfe Gebäude- oder Landschaftskonturen einem scharfen Bodenbild vorziehen

1.) Wenn ich Dein "oder" wörtlich nehmen darf kannst Du einfach stur auf das Element Deiner Wahl fokussieren.
Da zwischen einem Gebäude und einer Landschaftskontur aber große Entfernungen liegen können, wird dabei Deine Schärfentiefe möglicherweise derart ausgereizt, dass das andere Element dann eben nicht mehr scharf wird.
Mit anderen Worten: Fokussierst Du auf ein nahes Gebäude in erster Reihe vor Dir kann es sein dass die Landschaftskontur in der Ferne unscharf wird.
Fokussierst Du in die Ferne kann das nahe Gebäude in erster Reihe vor Dir unscharf werden.

2.) Wenn Dein "oder" besser ein "und" wäre, Du also im Idealfall Beides scharf haben willst, dann müsstest Du Dir die zur Verfügung stehende Schärfentiefe so einteilen dass sie Beides abdeckt.
Mit der Vorstellung der Schärfentiefe im Kopf müsstest Du den Fokus also irgendwo zwischen Lanschaftskontur und Gebäude in erster Reihe legen, etwa auf ein Gebäude in dritter Reihe oder so.
Genau dabei kann Dir die Hyperfokaldistanz helfen, muss aber nicht. Darüber gehen die Meinungen auseinander. Richtwerte können komplizierte Berechnungen sein, Tabellenwerte, Smartfone-Apps (älterer thread dazu), eine simplere Faustregel oder Versuche (Vergrößerung Lupe, Bildschirm, mit oder ohne Siemensstern).
Mit den Versuchen kannst Du Dir für Dein Objektiv eine Einstellung erarbeiten, die Du für Panozwecke immer wieder verwenden kannst, (eher weniger gut) durch Einstellen nach der Entfernungsskala oder durch Einstellen auf eine Hilfsmarkierung.

Auch wenn alle relevanten Motivteile von der Schärfentiefe abgedeckt werden heißt das dann aber nicht dass auch wirklich alle Motivteile von nah bis fern knackscharf sind.
Die maximale Schärfe ist da wo hin fokussiert wurde. Davor und danach wird`s wieder unschärfer. Das erkennt man zwar nicht unbedingt auf den subjektiven ersten Blick. Beim Reinzoomen wird das aber erkennbar.

In diesem älteren Thread hatte ich ab hier auch meine Probleme mit Unschärfe angesprochen.

Dieser Beitrag wurde bereits 16 mal editiert, zuletzt von »Undertable« (2. November 2019, 10:00)


17

Samstag, 2. November 2019, 14:39


...

Bei Panoramen will man ja i.d.R. maximale Schärfentiefe, also macht man die Blende möglichst weit zu.
...


Genau das hat auch seine Grenzen: Beugungsunschärfe ! :D
Eine maximale und optimale Schärfe über den gesamten Einstellbereich gibt es nicht ! Man muß Kompromisse eingehen.
Ich beschäftige mich z.Z. ein klein wenig mit Makro-Fotografie. Bekanntlich sind im Nahbereich Schärfeprobleme wesentlich erheblicher je größer der Abbildungsmaßstab.
Dort kann man sich dann ggf. mit Fokusbracketing/-stacking helfen.
Dieser Ansatz wird auch von einigen Landschaftsfotografen u.a. auch unter Verwendung der HFD verfolgt.
Schärfentiefe-Rechner gibt's viele, u.a. z.B. diese:
https://www.elmar-baumann.de/fotografie/rechner/
http://www.erik-krause.de/schaerfe.htm
u.a.m. ...
Sehr interessant ist aber dieser grafische Tiefenschärfenrechner für Windows und Android (!) "DoF" von Jonathan Sachs.
http://www.dl-c.com/Products-DoF.html
http://www.dl-c.com/DoF/
Allen gemeinsam ist: Man benötigt als wesentliche Eingangsgrößen Brennweite, Blende und einen zulässigen Unschärfebereich ("Zerstreuungskreis" - CoC ) welcher vor allem wesentlich vom verwendeten Sensor abhängig ist.
Dieser "CoC" beeinflusst maßgeblich den Schärfeeindruck in einer späteren Bildausgabe !
https://de.wikipedia.org/wiki/Zerstreuungskreis
Bei den verschiedenen Rechnern fällt die HFD als "Abfallprodukt" mit an, allerdings unterscheiden die Werte je nach zugrunde liegendem Rechenalgorithmus. :D
Der grafische Tiefenschärferechner "DoF" hat den Vorteil, daß man statt Eingabemasken mit verschiedenen Eingangswerten - CoC inklusive - "spielen" und seinen besten Kompromiss finden kann. (Tiefenschärfe "DoF", optimale Blende, ggf. erforderliche Anzahl von Stack-Schritten für das Fokus-Stacking)
Er funktioniert ähnlich einer Rechenscheibe oder Rechenschiebers - die früher geborenen unter uns werden sich erinnern ... ^^
In Sachen Stacking kann ich versichern, daß bei Bedarf der Umfang in der Panorama- und Landschaftsfotografie wesentlich geringer ausfallen wird als bei Makros, wo man auch ohne weiteres mal deutlich >100 Einzelaufnahmen benötigt. ;(
Für die Fokussierung in der Landschaftsfotografie verwende ich unter Android die App "Hyperfocal Pro" von Zendroid.
mfG schwarzvogel

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18

Samstag, 2. November 2019, 15:10


Bei Panoramen will man ja i.d.R. maximale Schärfentiefe, also macht man die Blende möglichst weit zu.

Genau das hat auch seine Grenzen: Beugungsunschärfe ! :D

Schade dass Du nur die eine Zeile heraus zitierst hast. Direkt danach hatte ich das ja bereits erwähnt:

Bei Panoramen will man ja i.d.R. maximale Schärfentiefe, also macht man die Blende möglichst weit zu.
Limitiert ist man dabei durch die Beugungsunschärfe...

Eine maximale und optimale Schärfe über den gesamten Einstellbereich gibt es nicht !

Auch das hatte ich ja bereits mehrfach angerissen:

Auch wenn dieser Bereich scharf empfunden wird gibt es dort nur 1 bestimmtes Maximum an Schärfe (Amplitude von Panpan`s skizzierter Kurve). Vor und nach diesem Maximum fällt die Schärfe weiter ab.

3.) Du fokussierst auf die eine Entfernung (Autofokus oder manuelle Entfernungseinstellung), die maximale Schärfe haben soll..
Nach wie vor muss Dir klar sein, dass davor und danach die Schärfe wieder abnimmt.

19

Samstag, 2. November 2019, 16:27

Ein paar Worte zur Tiefenschärfe


In der analogen Fotografie wurde CoC = 0,025-0,030 mm verwendet. (K.B.)
Dies gilt jedoch nur unter bestimmten Bedingungen - wenn wir Beobachtungsentfernung ( Entfernung zum Bild) mit der Bildgrösse ( Bildvergrösserung ) entsprechen vergrössern.

In der Panoramafotografie gilt diese Bedingung nicht.
Am häufigsten sehen wir Panoramen in einer vergrösserung in der nähe von 100% aus einer konstanten kleinen Entfernung, für die die lineare Augenauflösung das Maximum erreicht.

Für solche Bedingungen sollte CoC gemäß der Theorie Kotelnikov-Shannon - Nyquist von 2* Pixelgröße angenommen werden.

Wenn unser Sensor eine Pixelgröße von 5 Mikrometern hat, sollten CoC 10 Mikrometer genommen werden, also ungefähr 3 mal kleiner als man glaubt. Aufgrund der RGB-Interpolation kann es bei verschiedenen Kameras zu Unterschieden kommen, loht sich überprüfen ( es kannn zB 1,5* pixelpitch , oder 3* pixelpitch sein )

Der DOF ist in der Panoramafotografie kleiner als das Ergebnis der klassischen Rechnung mit 0,030 mm CoC.


Aus diesem Grund hat Tom58 bei m HFD einen unscharfen Horizont erhalten, da der tatsächliche DOF kleiner ist. Um die Unschärfe nicht zu sehen, sollte er herauszoomen, d. H. Das Pixel virtuell vergrößern.

Wenn wir CoC = 2 * Pixelpitch ( ca ) annehmen , stimmt unsere Rechnung völlig mit dem überein, was wir auf dem Monitor sehen

In der Panoramafotografie es geht überhaupt nicht um möglichst breiten DOF zu erreichen.
Damit verschänken wir unnötigeweise Auflösung der Darstellung.

Zu optimaler schärfe - vielleicht finde paar Minuten um noch was dazu schreiben

soulbrother

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20

Samstag, 2. November 2019, 16:32

Da auf die theoretischen Punkte bereits eingegangen wurde:
- Blendenöffnung und Ausgabegröße -> Schärfentiefe und Beugungsunschärfe
- Fokuseinstellung samt Hyperfokalregel
- an die Ausgabegröße angepasste Schärfung beim Entwicklen der RAW Datei
...
... möchte ich nur kurz loswerden, wie ich es seit Jahren in der Praxis angehe:

1. Da die Skala am Objektiv nicht immer zuverlässig ist, ist es oft wesentlich genauer, die Fokusebene im Liveview einzustellen.
2. Dies natürlich unter Berücksichtigung der benötigten Entfernung des Hauptmotivs, denn dieses sollte die maximale Schärfe erhalten.

Beispiel 1 (immer mit D810 und 12mm Brennweite):
Innenaufnahmen mit "mittleren" Abstand, wie Immobilien, Hotels, Restaurants, etc.:
I.d.R. reicht f/8 bis f/9 und die Fokuseinstellung auf ein Objekt ca. 0,8 bis 1,0 mtr. Entfernung.
Damit wird alles ausreichend scharf, von ca. 0,5mtr. vor der Kamera, bis unendlich.

Beispiel 2:
Innenaufnahmen mit "sehr kurzem" Motivabstand, wie in Fahrzeugen:
I.d.R. nehme ich f/11 bis f/14 und die Fokuseinstellung auf ein Objekt ca. 0,5 mtr. Entfernung.
Damit wird alles ausreichend scharf, von ca. 0,3 mtr. vor der Kamera, bis ca. 10 mtr.

Beugungsunscharfe wird erst ab f/16 bis f/22 leicht störend sichtbar (je nach Ausgabegröße!)

In der Praxis nehme ich die Kugelpanos mit mind. 16.000 Pixel Breite auf, reduziere aber nach der Retusche auf 12.000x6.000px und dann hat die minimale Beugungsunschärfe bei f/16 keinen sichtbaren Einfluß mehr.

Beispiel 3 (kommt selten vor bei mir):
Falls die nähesten Objekte im Bild in über 2 mtr. Entfernung sind, dann stell ich bei f/5.6 bis f/6.3 die Fokusebene auf ein Objekt in ca. 3 mtr. Entfernung.
Damit erreiche ich die maximale Schärfeleistung des Objektivs und die gut! nutzbare Schärfentiefe geht dann von ca. 1,5 mtr. bis unendlich - und zwar so, dass unendlich auch wirklich noch perfekt scharf ist.
(Hierfür immer 1,5-2 Blendenstufen abblenden, denn bei Offenblende ist zwar die Beugung am geringsten, aber etliche andere Objektiveigenschaften sind für die Bildqualität deutlich schlechter!)

D.h. in der Praxis merke ich mir nur die 3 Einstellungen:

Fokus auf ca. 0,5 mtr. ca. f/16 - passt gut für "echte" Nahmotive, unendlich wird nicht mehr scharf!

Fokus auf 1 mtr. bei f/8 - passt für die meisten Motive

Fokus auf 3 mtr. bei f/5.6 - passt ab 2 mtr. Motivabstand und ergibt in diesem Bereich bis unendlich die maximale Auflösung.