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1

Montag, 12. Juni 2017, 15:59

Tutorial Kugelpano ohne Stativ und Nodalpunktadapter

Hallo zusammen,

nach der überwiegend positiven Reaktion auf mein erstes Tutorial (Einstellung des Nodalpunktadapters) habe ich mich an ein zweites gewagt.

Das Thema ist Aufnahme und Stitching eines Kugelpanoramas ohne Stativ und NPA.

Abrufbar hier --->
Gruß aus Sachsen

HascheLSax

2

Dienstag, 13. Juni 2017, 15:31

Danke für das Video !
Ganz so neu ist das nicht:
https://www.youtube.com/watch?v=OSrGOMnoyNo
(ab ca. 11:40 min)
mfG schwarzvogel

Ralf Michael

Neu im Forum

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3

Dienstag, 13. Juni 2017, 17:47

Hallo haschelsax.

Ich finde es immer interessant zu sehen, wie andere mit PTGui arbeiten. Dass man einen Bereich "einfenstern" kann, um weitere Kontrollpunkt zu setzen, ist irgendwie an mir vorbeigegangen. Von daher also: Vielen Dank für das Tutorial....

Gruß aus Wertheim

Ralf
Kugelpanoramen aus dem Raum Main-Tauber-Kreis, Odenwald, Steigerwald, Spessart, Rhön, Vogelsberg und Taunus sowie Tipps und Tricks rund um das Thema der Panoramafotografie
ralf-michael-ackermann.de

kbaerwald

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4

Dienstag, 13. Juni 2017, 19:27

Schaust du hier http://www.philohome.com/tripod/shooting.htm - Philo anno 2000! So habe ich seinerzeit auch angefangen.

Klaus

5

Dienstag, 13. Juni 2017, 20:12

Ein wichtiger Bearbeitungsschritt fehlt noch in Deinem anschaulichen Tutorial: Mit wenigen Klicks die Vertikalen, von denen es in diesem Motiv ja genügend gibt, mit dem Kontrollpunkt-Editor vertikal auszurichten. Das ist der überhaupt wichtigste Schritt, um beim Betrachter beim Panning keine Übelkeit durch ein nach links und rechts taumelndes Panorama auszulösen. ;(

Die Strick-Methode habe ich auch einmal ausprobiert. Bei kräftigem Wind konnte ich das schwankende Lot nicht zur Ruhe bringen. Aber besser mit Strick als ganz freihändig.

6

Mittwoch, 14. Juni 2017, 08:22

Mir ist das mit dem Lot auch viel zu wackelig. Zudem dauert es auch einfach zu lange.
Ein einfaches Einbein mit Wasserwaage dran ist da viel praktischer.
Und ein Einbein kann auch problemlos überall mit hinnehmen. Aus Carbon wiegt es dann auch nichts.
Und wer etwas geschickt ist, baut sich aus ein paar Blechen oder Brettchen einen kleinen einreihigen Nodalpunktadapter.

Gruß
Uli

Undertable

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7

Mittwoch, 14. Juni 2017, 10:49

Hallo Ralf,
Dass man einen Bereich "einfenstern" kann, um weitere Kontrollpunkt zu setzen...
Das wusste ich lange Zeit auch nicht, bis mich Visual.Tom hier in 2013 mal aufgeklärt hat. Wie er schrieb geht das scheinbar seit Herbst 2011

Gruß
Oli

8

Mittwoch, 14. Juni 2017, 10:52

Mich hat diese Methode auch nicht überzeugt. Es bleibt ein Provisorium. Ob man damit pixelgenau deckungsgleiche Bracketing-Aufnahmen schießen kann, so wie es im Tutorial gezeigt wird? Gerade bei filigranen Strukturen wie Ästen vor Himmel sollte das schwierig sein. Mit den geneigten Vertikalen würde ich das gezeigte Panorama nicht als fertig bezeichnen. Das ist in den verlinken Panoramen besser gelungen. Mit einem Stativ und Panoramakopf und einem Funk-Fernauslöser könnte man auch mit Mehrfach-Aufnahmen und etwas Geduld die Touristen nachträglich aus der Szenerie entfernen.

http://panoramikus.de/files/panos/gr/spina1/Spina1.html

Undertable

Mega-User

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Beruf: Imperator

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9

Mittwoch, 14. Juni 2017, 11:32

Die Sache mit dem Lot am Objektiv ist in der Tat ein alter Hut. Sie war schon vor Jahren vielfach im Netz zu finden.

Ist man sich über die Lage des Lichteintrittspunkts im Klaren und dreht sich freihand ganz bewusst um diesen Punkt düften ähnliche Ergebnisse zu erzielen sein, auch ohne Schnur und Lot.
Zumindest bei solchen Motiven wie dem Innenhof im Tutorial, wo der kritischste (näheste) Motivteil Wiese leicht zu retuschieren ist.
Bei strukturierten Böden und/oder in kleinen Räumen sieht das natürlich anders aus.

Wenn man ein einreihiges Kugelpano machen will wird man ohnehin eine DSLR mit Fisheye mitnehmen.
Dann kommt`s auf ein Einbein auch nicht mehr drauf an: Handgeführt mit fixer Höhe, lotrecht mit Libelle und frei von jeglichem Schnur-Gebaumel.

Für längere Belichtungszeiten oder gar Mehrfachbelichtung bedarf es m.E. zumindest eines frei stehendes Minimalbestecks.
Hierzu lässt sich ein kleines u. leichtes Einbein weiter ausbauen durch Nivellierkalotte, Rotator und Standgeometrie.
Ist alles klein-, leicht und transportabel möglich und bietet annähernd den Komfort eines ausgewachsenen Setups.

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Undertable« (14. Juni 2017, 12:53)


10

Donnerstag, 15. Juni 2017, 12:53

Die Schnur-Lot-Methode habe ich vor knapp 10 Jahren schon ausprobiert. Die Ergebnisse ließen sich mehr oder weniger gut stitchen, aber das Handling war mir aber zu wacklig und das exakte Positionieren der Kamera dauerte mir zu lange. Daher habe ich die Methode aufgegeben anstatt sie auszubauen. Meine Alternative besteht aus einer Einbein-Lösung. Das Einbein mit Actiongrip habe ich sowieso auf 90% meiner Touren dabei, und es lässt sich für Kugelpanos schnell, sicher und sehr präzise einsetzen. Wie das geht, habe ich mit Bildern dokumentiert.

Was mir im Video auffällt:

Aufnahme:
- Die Reihenfolge der Aufnahmen ist ungünstig. Das Nadirbild sollte gemacht werden, bevor die Wiese voller Trampelspuren ist.
- Auf eine Wiese mit blühenden Blumen braucht man keine Positionszettel. Die Blütenköpfe reichen vollkommen, dann gibt es weniger zu retuschieren.

Stitchen:
- kleiner Tipp zum Maskieren der Schattenbereiche: Du zeichnest mit dem Pinsel die Außenkontur des Schattens nach, und wechselst dann das Werkzeug, um den abgegrenzten Bereich zu füllen. Beim Zeichnen der nächsten Kontur wechselst Du zurück zum Pinsel. Das ist umständlich. Ich nutze NUR den Pinsel und halte zum Füllen die Strg-Taste gedrückt.

- Du sagst "... der Viewpoint-Controller gleicht in gewissen Grenzen Abweichungen vom Nodalpunkt aus..." und wendest diese Funktion auf alle Bilder außer dem ersten an. Du erreichst damit zwar eine Verbesserung der Passgenauigkeit, aber die Funktionsweise von Viewpoint hast Du fehlinterpretiert oder noch nicht in seiner Tiefe verstanden. Die Anwendung auf ALLE Bilder ist auch nicht im Sinne des Erfinders, obwohl sie manchen Freihand-Kugeln trotzdem nützlich sein kann. Es ergibt übrigens keinen Sinn, das erste Bild auszuschließen.

Die Viewpoint-Funktion wurde dazu geschaffen, ein schräg aufgenommenes Nadirbild nahtlos in ein Panorama einzufügen. Dazu ist die Voraussetzung, dass der Nadirbereich eine planebene Fläche ist, also keine Erhebnungen oder Vertiefungen im Nahtbereich aufweist. Die seitlich schräge Aufnahmeposition ergibt sich daraus, dass man diesen Bereich ohne Stativ und Schatten haben möchte, und die ursprüngliche Position der Kamera nicht exakt einhalten kann. Ein Bild, das auf diese Weise entsteht, lässt sich nicht mit den normalen Verformungsalogtithmen in die Kugel einpassen. Hier sind zusätzliche trapezförmige Verzerrungen notwendig, um die Perspektive deckungsgleich hinzubekommen. Es liegt in der Natur der Sache, dass das NUR bei planebenen Flächen funktionieren kann. Eine Wiese kann man mit viel gutem Willen als eine solche ansehen, aber die Höhe des Grases erzeugt trotzdem unsaubere Nahtstellen, die aber relativ leicht zu stempeln sind.
Das Anwenden dieser Funktion auf ALLE Bilder bewirkt, dass ALLE Bilder einer trapezförmigen Verzerrung freigegeben werden. Die Passgenauigkeit der Kontrollpunkte sieht damit natürlich günstiger aus, aber man bezahlt einen Preis dafür: parallele Kanten bei Gebäuden bleiben nicht parallel, und das hat unbedingten Einfluss darauf, dass man sie nicht mehr verwenden kann, um das Pano ins Lot zu setzen und das Taumeln zu korrigieren.
In freier Natur, wo es keine exakten Lotkanten gibt, halte ich diese Methode durchaus für zielführend, bei Gebäudemotiven muss man sorgfältig abwägen, ob man das wirklich so haben will.
Im Nadir-Viewpoint-Bild maskiere ich übrigens konsequent alles aus, was sich aus der maßgebenden Ebene erhebt oder absenkt. Kontrollpunkte sind ausschließlich auf der zu verzerrenden Ebene zu setzen, also keinesfalls auf Motivteilen, die höher oder niedriger liegen. Die Trapezverzerrung kann dann nicht exakt berechnet werden, weil sie nicht räumlich, sondern nur flächengebunden funktioniert.
Im Video wird der Viewpoint also nicht "wissenschaftlich exakt" angewendet, und das ist sicher in Verzweiflungsfällen auch machbar. Dennoch sollte man die genaue Funktionsweise kennen.

- Das Zenitbild wurde nicht aus der korrekten Position aufgenommen. Deshalb können seine Kontrollpunkte nicht mit den Rundum-Bildern übereinstimmen. Aus diesem Grund würde ich dem Zenitbild niemals einen Einfluss auf das gesamte Panorama erlauben. Seine Kontrollpunkte dienen ausschließlich dazu, NUR das Zenitbild auszurichten. Es dient ohnehin nur dazu, das Loch im Himmelsblau zu schließen, und deshalb gehört alles, was nicht Himmel ist, aus diesem Bild ausmaskiert. Die CPs kann man nach dem ersten Optimieren komplett löschen, oder man schaltet ihren EInfluss auf die Berechnung im Optimizer einfach ab.

- Das blinde Löschen von einzelnen Ausreißerpunkten ist bei Panoramen, die mit NPA aufgenommen wurden, ganz sicher sinnvoll, man sollte es aber ab einer gewissen Qualität nicht mehr blind machen, insbesondere dann, wenn es um viele Punkte geht. PTGui kann nur mathematisch vorgehen, aber es kann keine Wertung der Punkte nach tatsächlicher Qualität vornehmen, das ist immer noch die Aufgabe des Fotografen.
Beim Löschen von CPs gehe ich bei Freihandpanos immer kontrolliert vor. Naturgemäß ist es bei unpassendem/geschätztem Drehpunkt so, dass die Parallaxenverschiebung nicht im Hintergrund, sondern im Vordergrund stattfindet. Das ist der Grund, warum ich Hintergrundpunkte wesentlich stärker bewerte, und ich hätte in diesem Pano zuerst alle Punkte gelöscht, die näher als 5 Meter an der Kamera liegen. Die Versprungkanten an den Gebäuden wären diesen Fehlerwerten nicht mehr unterworfen und werden automatisch besser. Falls dann immer noch kleine Fehler zurückbleiben, kann man versuchen, die mit lokalen CPs zurechtzurücken. Ich bevorzuge jedoch eine andere Herangehensweise, nämlich die Maskierfunktion. Angenommen, der Stitchingfehler liegt nahe an einem Gebäuderand, dann schaue ich nach, ob dieser Gebäudeteil überhaupt gestitcht werden MUSS, oder ob er vielleicht komplett auf EINEM Bild zu sehen ist. Mit der Maskierfunktion kann ich den Verlauf der Nahtstelle so verschieben, dass diese außerhalb des Gebäudes liegt, wo sie nicht mehr auffällt, weil sie z.B. im Himmelsblau verschwindet.
Bei Freihand-Panoramen achte ich deshalb weniger auf konstante Winkelabstände der Bilder, als vielmehr darauf, dass meine Hauptmotive KOMPLETT auf einem EInzelbild zu sehen sind. Damit bin ich völlig sicher, dass die keine Stitchingfehler erzeugen KÖNNEN. Ob das ein oder zwei Bilder mehr erfordert, spielt keine Rolle, denn es erleichtert die Retusche ungemein.
Durch das Löschen der Vordergrundpunkte kommt es unweigerlich zu Stitchingfehlern im Vordergrund. Das ist der Preis, den man für freihändiges Fotografieren zahlen muss. Beim Fotografieren sollte man also Flächen mit gerasterten Böden vermeiden, die bekommt man niemals perfekt hin, außer mit viel nachträglichem Retuscheaufwand.
Ich lösche auch konsequent ALLE CPs, die ein Bild mit seinem übernächsten Nachbarn hat, und verwende ausschließlich die Punkte, die es mit seinem unmittelbaren Nachbarn hat. Damit werden Zwangszerrungen unterbunden, die in der Regel Bildbereiche betreffen, die ohnehin am Rande eine sehr großen Überlappung von anderen Inhalten abgedeckt werden. Sie dürfen bei mir keinen Einfluss auf das gesamte Pano haben.

Nachdem ich die Methoden der gezielten CP-Auswahl und der geschickten Maskierung angewendet habe, besteht eigentlich nie ein Bedarf, alle Bilder mit der Viewpoint-Funktion zu "entstellen", sondern allein das Nadirbild bestmöglich damit zu integrieren.

Nach dem perfektionierten Stitching niemals vergessen, das Pano exakt ins Lot zu setzen. Das gilt insbesondere für Freihand-Kugeln, bei denen die Ausrichtung der Kamera naturgemäß nicht genau sein kann. Das Ausrichten an einem schrägen Ankerbild nützt da nicht viel, und der Versuch einer automatischen Ausrichtung von PTGui führt auch nicht zum Ziel, denn ein Mittelwert zwischen ungefähren Ausgangswerten ist nur selten genau.
Zum Ausrichten gibt es verschiedene Methoden, die im Forum schon ausführlich beschrieben wurden. Das Anwenden von lotrechten CPs, die als Kanten definiert werden, ist vielleicht die einfachste Art. Ich bevorzuge jedoch die numerische Ausrichtung über Yaw, Pitch und Roll, die ich hier näher erläutert habe.
Gruß vom pano-toffel

11

Donnerstag, 15. Juni 2017, 14:10

Ich danke allen für ihre Kommentare. Es hilft mir weiter.
Mir ist bewusst, dass ich nicht den Stein den Weisen gefunden habe (das wollte ich auch nicht), aber die Sache war es mir wert.

Das dieser und jener darüber nur milde lächeln kann, war mir klar. Hier sind halt zu viele Profis, die sich mit solchem Firlefanz nicht mehr abgeben.
Gruß aus Sachsen

HascheLSax

12

Donnerstag, 15. Juni 2017, 15:06

Ich lächle nicht darüber und stelle es nicht als Firlefanz hin.
Stattdessen weise ich auf ein paar Dinge hin, die man besser machen kann, und gebe dazu auch Tipps aus langjähriger Praxis.
Probier die gerne mal aus, und wenn sie Dich überzeugen, wird das nächste Video noch besser.
Gruß vom pano-toffel

13

Donnerstag, 15. Juni 2017, 16:14

An dich war diese Bemerkung auch nicht gerichtet.
Der Inhalt und die Ausführlichkeit deines Beitrages waren eine Hilfe für mich. Danke noch mal dafür.
Gruß aus Sachsen

HascheLSax

14

Donnerstag, 15. Juni 2017, 16:55

An wen war Deine Bemerkung denn gerichtet? Wer hat Deine Methode belächelt, wer hat sie mit "Firlefanz" gleich gestellt?

Auf meine Anregung, unbedingt die kippenden Häuser ins Lot zu stellen, hast Du leider nicht reagiert.

Ich kann nur aus meiner eigenen Erfahrung sprechen und für mich entscheiden, ob diese Methode nun eine Arbeitserleichterung für mich ist oder ob ich bereit bin, mir durch den Verzicht auf Exaktheit bei der Aufnahme mehr Arbeit bei der Nachbearbeitung einzuhandeln.

15

Freitag, 16. Juni 2017, 09:12

Ich danke allen für ihre Kommentare. Es hilft mir weiter.
Mir ist bewusst, dass ich nicht den Stein den Weisen gefunden habe (das wollte ich auch nicht), aber die Sache war es mir wert.

Das dieser und jener darüber nur milde lächeln kann, war mir klar. Hier sind halt zu viele Profis, die sich mit solchem Firlefanz nicht mehr abgeben.


Also ich sehe das nicht als "Firlefanz" - eher als "Helfer in der Not" und als Nachweis dafür wie gut geeignete Stitching-Software heutzutage ist !
mfG schwarzvogel