Sie sind nicht angemeldet.

Lieber Besucher, herzlich willkommen bei: Panorama Community. Falls dies Ihr erster Besuch auf dieser Seite ist, lesen Sie sich bitte die Hilfe durch. Dort wird Ihnen die Bedienung dieser Seite näher erläutert. Darüber hinaus sollten Sie sich registrieren, um alle Funktionen dieser Seite nutzen zu können. Benutzen Sie das Registrierungsformular, um sich zu registrieren oder informieren Sie sich ausführlich über den Registrierungsvorgang. Falls Sie sich bereits zu einem früheren Zeitpunkt registriert haben, können Sie sich hier anmelden.

1

Mittwoch, 9. Dezember 2015, 00:30

Nadirfoto wird nicht gestitcht

Das Häkchen in der Spalte Viewpoint im Optimizer ist gesetzt, die Anschlussbilder haben zumindest einige Control Points, der Optimizer sagt mir auch "This is good" und der Control Point Table zeigt mir die Punktepaare zum Nadirfoto auch an. In den Image Parameters sehe ich dass PTGui für das Nadirfoto von Null abweichende Werte für VP X, VP Y, VP Z, VP Pan und VP Tilt gefunden hat. Soweit ist also alles normal - oder?

Trotzdem zeigt mir der Panorama Editor das Bodenfoto nicht an, nur seine Nummer. Und wenn ich trotzdem stitche gibt's unten ein schwarzes Loch mit den groben Umrissen meines Stativs, (weil ich die in der ersten Reihe von Fotos sichtbaren Stativteile ausmaskiert habe).



Ich vermute mal dass ich versehentlich und ohne es zu bemerken irgendwo irgendein Häkchen an- oder abgeklickt habe, aber ich komm nicht drauf wo.

Was könnte das sein? Wie kriege ich das Bodenfoto rein?
leave nothing but footprints, take nothing but memories - - Meine Website

2

Mittwoch, 9. Dezember 2015, 05:10

Hallo,

hast du schon einmal auf der PTGui-Seite das Beispiel Louvre dir angeschaut. Da nimmst du zuerst alle Bilder ohne den Boden. Anschließend lädst du das letzte Bild und schaust dir dann in den Image Parameters an wo dein Bild gelandet ist. Ich setze dann erst einmal grob für das Nadirbild im Pitch -90 und schaue mir das Ergebnis im Panorama Editor an. Erst danach fange ich mit Kontrollpunkten setzen an. Durch diesen Schritt ist die Position des Nadirbildes erst einmal grob vorgegeben.

Gruß

Klaus
Canon 7d, Canon 550d, Theta S, NN R1, Bushman monolite , Pano Catcher , Sigma 8/3,5, Canon 10-22

3

Mittwoch, 9. Dezember 2015, 07:34

Verlink mal die Projektdatei, dann sieht man, wo vielleicht ein Häkchen fehlt.

4

Mittwoch, 9. Dezember 2015, 09:51

Manchmal zeigt PtGui mir im Editor eine Preview an die dann nicht ausgegeben wird. So sieht man dort dann einen korrekten Nadir ohne jegliche Stativ-Überbleibsel, und im exportierten Equi hat man dann eine Spitze vom Stativbein mit drin!

Mir hat geholfen mindestens eine kleine grüne Maske in den Nadir zu setzen bzw an entsprechenden Stellen nachzuhelfen...

5

Mittwoch, 9. Dezember 2015, 10:43

Also grüne Maske im Nadir hat auch nicht geholfen. Trotzdem danke für den Tipp!

Ich hab auch nochmal ein paar mehr Kontrollpunkte in die 12 angrenzenden Bilder gesetzt, das brachte aber auch nichts. Wenn ich anschließend den Optimizer starte sagt er "This is bad" (obwohl ich sehr auf korrekt gesetzte Punktepaare geachtet habe), und der Control Point Table zeigt prompt all diese Punkte als die schlechtesten.

Panox, danke für das Angebot, wohin könnte ich die Projektdatei laden? Als Dateianhang hier im Forum wird .pts ja leider nicht zugelassen.

Ich hab' mir diese Datei auch schon mal im Editor angesehen, aber da ich wenig Ahnung habe wonach ich da drin suchen müsste ist es schwierig, in einer 450 KB großen Textdatei den entsprechenden Eintrag zu finden.
leave nothing but footprints, take nothing but memories - - Meine Website

6

Mittwoch, 9. Dezember 2015, 10:46

Ich hab die .pts-Datei jetzt einfach mal auf .txt umbenannt um sie hier anhängen zu können.
»wus« hat folgende Datei angehängt:
  • DSC05527-v3.txt (454,16 kB - 25 mal heruntergeladen - zuletzt: 5. April 2018, 02:04)
leave nothing but footprints, take nothing but memories - - Meine Website

7

Mittwoch, 9. Dezember 2015, 18:54

Denke es stimmt etwas mit deinen Kontrollpunkten des Nadirbildes nicht.

Du hast das Nadir Bild mit vielen anderen verknüpft, könnte die Fehlerquelle sein.

Meine Vorschlag:
1. Lösch das Nadir Bild nochmal komplett aus dem Projekt
2. Lade es neu und erstelle Kontrollpunkte nur zwischen Nadirbild und EINEM andern Bild. 3-4 Stück beim bestmöglichen Bild.
3. Nochmal optimieren.

Wie komme ich drauf?
Setze ich bei den Image Paramtern für Bild 48 alle VP Werte auf 0 zurück, taucht das Foto wieder auf.
Ich gehe daher davon aus, dass durch widersprüchliche Kontrollpunkte das Bild derart verzerrt wurde, dass es praktisch nicht mehr existent ist.

Gruß!

Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von »EOS1D« (10. Dezember 2015, 03:48)


8

Donnerstag, 10. Dezember 2015, 00:00

Das habe ich jetzt gemacht und dabei noch ein anderes Nadir-Foto verwendet. Wieder was gelernt - ich dachte man muss das Nadirfoto mit allen angrenzenden durch Control Points verbinden.

Vielen Dank, EOS1D!
leave nothing but footprints, take nothing but memories - - Meine Website

9

Donnerstag, 10. Dezember 2015, 17:25

Das habe ich jetzt gemacht und dabei noch ein anderes Nadir-Foto verwendet. Wieder was gelernt - ich dachte man muss das Nadirfoto mit allen angrenzenden durch Control Points verbinden.

Vielen Dank, EOS1D!


Freut mich, dass es geklappt hat.

3-4 saubere Kontrollpunkte sollten im Normalfall reichen. Wenn es an einser Stelle fehlerhaft wird, kann dort noch ein weiterer Punkt helfen.

So viele Punkte führen, wie gesehen, schnell zu Fehlern.

Gruß

10

Donnerstag, 10. Dezember 2015, 20:13

So viele Punkte führen, wie gesehen, schnell zu Fehlern.
Naja, bisher war das nie ein Problem, und ich habe meistens alle an das Nadirfoto angrenzenden mit mehreren Kontrollpunkten versehen.

Hier noch das Ergebnis der Aktion!
leave nothing but footprints, take nothing but memories - - Meine Website

11

Donnerstag, 17. Dezember 2015, 23:15

Mit dem Nadirbild und der Viewpoint-Funktion muss man sich ein bisschen beschäftigen, bis man versteht, was diese Funktion macht, und auch wo ihre Grenzen sind.
Die Viewpoint-Funktion ist nur dann sinnvoll anzuwenden, wenn es im Nadir eine ebene Fläche gibt, denn nur eine Ebene lässt sich in alle Richtungen dehnen und strecken, so dass auch ein etwas schräg aufgenommenes Bild genau passend gemacht werden kann.
Die Voraussetzung ist, dass es NUR Kontrollpunkte gibt, die genau in dieser Ebene sitzen. Das Bild darf ruhig von Beginn an mit in den PTGui-Topf, so dass auch schon automatische CPs gefunden werden.
Im Optimizer schalte ich für dieses Bild alle Haken aus, bis die normalen Bilder perfekt gestitcht sind. Danach wechsle ich die Haken im Optimizer so, dass die normalen Bilder nicht mehr bewegt werden dürfen, sondern nur noch das Nadirbild. Ich sehe mir zuerst ALLE CPs im CP-Editor an, und lösche konsequent alle Punkte, die sich nicht in der Bodenebene befinden. Es kommt vor, dass dann zu wenig Punkte übrig bleiben, dann setze ich ein paar manuelle. Nach dem Optimieren mit F5 sitzt das Nadirbild meistens schon einigermaßen richtig, auch ohne das der Haken bei Viewpoint schon eingeschaltet ist. Die Werte für die Abweichung können dann aber noch groß sein. Vor dem nächsten Optimieren setze ich diesen Haken, und bekomme nach F5 eine relativ gute Bewertung der Abweichung, die meistens schon unterhalb von 5 Pixeln liegt. Sollte es jetzt noch größere Abweichungen geben, dann hat sich der CP-Finder irgendwo verschluckt. Den oder die Ausreißer findet man schnell. Wenn das Nadirbild noch nicht ganz sauber passen sollte, dann kann man jetzt mit der halbautomatischen CP-Suche einige Punkte ergänzen, die oft besser sind als manuelle Punkte.
Das Nadirbild muss jetzt noch so maskiert werden, dass alle Bereiche, die außerhalb der Bodenebene liegen, unsichtbar werden.

Kompliziert wird es, wenn der Nadir keine ebene Fläche bildet, sondern z.B. auf einer Treppe oder in einem Blumenbeet liegt. In diesen Fällen lohnt es sich, in eine genaue Ausrichtung zu investieren, so dass das Bodenbild möglichst genau aus dem Nodalpunkt aufgenommen wird. Je ungenauer man fotografiert, um so mehr Retuscheaufwand gibt es.
Gruß vom pano-toffel

12

Freitag, 18. Dezember 2015, 09:05

Danke für Deine Ausführungen, pano-toffel.

Die Viewpoint-Funktion ist nur dann sinnvoll anzuwenden, wenn es im Nadir eine ebene Fläche gibt
So viel war mir schon klar.

Die Voraussetzung ist, dass es NUR Kontrollpunkte gibt, die genau in dieser Ebene sitzen.
Das ergibt sich im Prinzip aus der vorstehenden Bedingung. Ich habe aber natürlich auch schon Nadirfotos gehabt die nicht streng eben waren. Da muss man dann aufpassen dass man nur den Teil des Fotos verwendet und mit Kontrollpunkten versieht der eben ist, normalerweise den Bereich zwischen und knapp außen um die Stativbeine rum.

Das Bild darf ruhig von Beginn an mit in den PTGui-Topf, so dass auch schon automatische CPs gefunden werden.
Das habe ich anders kennengelernt (meinen Einstieg in PTGui bekam ich von Jan) und daher bisher auch anders gehandhabt, denke aber dass es letztlich egal ist ob man das Nadirbild gleich mit aufruft, oder erst wenn der Rest des Panos gestitcht ist. Denn Du schreibst ja selber

Im Optimizer schalte ich für dieses Bild alle Haken aus, bis die normalen Bilder perfekt gestitcht sind.
Meine Methode hat allerdings, nach dem was Du hier schreibst, den Nachteil dass ich Kontrollpunkte zum Nadirfoto immer manuell setzen muss. PTGui schafft es nicht das Foto zu positionieren wenn es erst eingefügt wird nachdem der Großteil des Panos bereits optimiert ist. Also das werde ich demnächst mal so ausprobieren wie Du vorschlägst.

Danach wechsle ich die Haken im Optimizer so, dass die normalen Bilder nicht mehr bewegt werden dürfen, sondern nur noch das Nadirbild.
Welche Haken (Spalten) sind das dann genau?

Ich sehe mir zuerst ALLE CPs im CP-Editor an, und lösche konsequent alle Punkte, die sich nicht in der Bodenebene befinden. Es kommt vor, dass dann zu wenig Punkte übrig bleiben, dann setze ich ein paar manuelle. Nach dem Optimieren mit F5 sitzt das Nadirbild meistens schon einigermaßen richtig, auch ohne das der Haken bei Viewpoint schon eingeschaltet ist. Die Werte für die Abweichung können dann aber noch groß sein. Vor dem nächsten Optimieren setze ich diesen Haken, und bekomme nach F5 eine relativ gute Bewertung der Abweichung, die meistens schon unterhalb von 5 Pixeln liegt.
So ging es mir auch meistens. Aber vereinzelt eben auch nicht, wie in diesem Fall hier.

Mir ist nach wie vor nicht klar wieso es hier zuerst nicht funktioniert hat.

Sollte es jetzt noch größere Abweichungen geben, dann hat sich der CP-Finder irgendwo verschluckt. Den oder die Ausreißer findet man schnell.
Mich würde brennend interessieren WIE Du die schnell findest. Meine Erfahrung damit ist konträr anders, denn ich habe in allen Problemfällen IMMER zuerst nach derartigen falsch gesetzten Kontrollpunkten gesucht, aber praktisch NIE welche gefunden.

Kompliziert wird es, wenn der Nadir keine ebene Fläche bildet, sondern z.B. auf einer Treppe oder in einem Blumenbeet liegt. In diesen Fällen lohnt es sich, in eine genaue Ausrichtung zu investieren, so dass das Bodenbild möglichst genau aus dem Nodalpunkt aufgenommen wird.
Ich gehe inzwischen so vor dass ich einige (mäßig) schräge Fotos von der Stelle mache an der ich das Stativ aufstelle, bevor ich es aufstelle (falls dort Rasen oder sonst was ist das man niedertrampeln könnte), und nach Fertigstellung aller vom NPA aus fotografierten Bilder nochmal ein paar möglichst genau senkrecht nach unten fotografierte von der gleichen Position und aus der gleichen Höhe die die Kamera auf dem NPA hatte. Das funktioniert meistens ganz gut, aber eben auch nicht immer - auch hier hatte ich ungefähr aus dem Nodalpunkt senkrecht nach unten gemachte Nadirbilder, aber zumindest mit dem ersten hat es eben nicht geklappt.

Immerhin weiß ich dank EOS1D jetzt dass man das Nadirfoto nicht mit ALLEN angrenzenden Fotos per Kontrollpunkte verbinden muss, das ist schon mal eine für mich sehr wichtige Erkenntnis.

Ich fürchte aber dass mir die eigentliche Funktion der Kontrollpunkte immer noch nicht ganz klar ist. Es kommt ja vor dass PTGui Stitchingfehler macht. Anfänglich habe ich dann versucht, durch manuelles setzen von Kontrollpunkten in den beteiligten Teilbildern und mehrfaches optimieren den Stitchingfehler zu beseitigen. Das hat aber selten wirklich geholfen. Daher bin ich dazu übergegangen den fehlerhaften Bereich zu maskieren. In aller Regel verschiebt das aber nur den Stitchingfehler in eine Gegend außerhalb der maskierten. Wenn er dort unauffällig(er) ist, dann ist das ja o.k., aber das klappt nicht immer.

Wie gehst Du in so einem Fall vor?
leave nothing but footprints, take nothing but memories - - Meine Website

13

Freitag, 18. Dezember 2015, 10:33

Wenn es gar nicht anders geht, weil der NPP nicht stimmte oder das Stativ veschoben wurde und die CP-Optimierung fehlschlägt, rücke ich solche versetzten Kanten in PS zurecht:

http://www.screencast.com/t/FGhxijaoAX

14

Freitag, 18. Dezember 2015, 13:59

Ja, ähnliche Sachen habe ich auch schon gemacht, wobei es doch interessant war zu sehen wie Du das machst.

Beim Anschauen Deines Videos dachte ich mir dann: warum gibt's in PTGui keine Möglichkeit, ein Einzelbild so "hinzubiegen"? Oder gibt's die sogar, und ich kenne sie nur nicht?
leave nothing but footprints, take nothing but memories - - Meine Website

15

Samstag, 19. Dezember 2015, 15:19

Mich würde brennend interessieren WIE Du die schnell findest. Meine Erfahrung damit ist konträr anders, denn ich habe in allen Problemfällen IMMER zuerst nach derartigen falsch gesetzten Kontrollpunkten gesucht,
aber praktisch NIE welche gefunden.


Nach dem Optimieren zeigt PTGui die Abweichungen. Die Punkteliste sortiere ich nach Abstand, so dass ich die Ausreißer sofort sehe. Vor dem Löschen der Punkte schaue ich trotzdem immer ins Motiv, ob das auch plausibel ist, was PTGui vorschlägt.

Immerhin weiß ich dank EOS1D jetzt dass man das Nadirfoto nicht mit ALLEN angrenzenden Fotos per Kontrollpunkte verbinden muss, das ist schon mal eine für mich sehr wichtige Erkenntnis.

Das Nadirbild hat bei mir meistens nur 10-20 Punkte insgesamt, die auf mehrere Nachbarbilder aufgeteilt sind. Nach meiner Erfahrung ist es nicht sinnvoll, das Nadirbild nur an einem einzigen Bild zu verkontrollpunkten, sondern mindestens an zwei Bildern, die sich gegenüberliegen. Somit haben die Kontrollpunkte möglichst lange "Hebel", die die beste Passgenauigkeit erzeugen. Je nach Motiv und Struktur bekommt man mehr oder weniger viele Punkte zusammen. Ich habe schon Nadirbilder mit 5-6 Punkten eingesetzt, die passten perfekt. Wenn's nicht so gut passen will, zweifle ich zuerst an der Qualität der manuellen Punkte. Je nach Perspektive der Einzelbilder können die auch schnell daneben liegen. Dann erzeuge ich halbautomatische Punkte (Ich ziehe einen Rahmen auf und gebe damit den Suchbereich vor).

Ich fürchte aber dass mir die eigentliche Funktion der Kontrollpunkte immer noch nicht ganz klar ist. Es kommt ja vor dass PTGui Stitchingfehler macht. Anfänglich habe ich dann versucht, durch manuelles setzen von Kontrollpunkten in den beteiligten Teilbildern und mehrfaches optimieren den Stitchingfehler zu beseitigen. Das hat aber selten wirklich geholfen. Daher bin ich dazu übergegangen den fehlerhaften Bereich zu maskieren. In aller Regel verschiebt das aber nur den Stitchingfehler in eine Gegend außerhalb der maskierten. Wenn er dort unauffällig(er) ist, dann ist das ja o.k., aber das klappt nicht immer.
Wie gehst Du in so einem Fall vor?



Kontrollpunkte sind nichts anderes als gemeinsame Bildpunkte zweier Bilder. Sie werden aufgrund ähnlicher Pixelmuster gefunden und meistens recht treffsicher vom Programm gesetzt. Beim Optimieren versucht PTGui, die CPs rechnerisch möglichst genau zur Deckung zu bringen. Dazu stehen eine ganze Reihe an Möglichkeiten zur Verfügung, die Einzelbilder so zu verformen, zu drehen, zu schieben, bis ein Optimum an Übereinstimmung
erreicht ist. Ich vergleiche diese Punkte gerne mit "Hebeln", an denen angefasst wird, um ein Bild zu bewegen. Nimm nur mal als Beispiel zwei Bilder, die gestitcht werden sollen, und versuche manuell, sie so zu schieben, dass sie passen. Du suchst als erstes einen Punkt, den Du in beiden Bildern eindeutig identifizieren kannst, und schiebst diese Punkte übereinander, das ist einfach. Im Ergebnis siehst Du aber, dass andere Punkte noch nicht zusammenpassen, also wählst Du einen weiteren markanten Punkt, und drehst die Bilder um den ersten Punkt (der soll ja erhalten bleiben), so dass der zweite Punkt ebenfalls deckungsgleich wird. Spätestens beim dritten Punkt merkst Du, dass es mit Schieben und Drehen allein nicht getan ist, und die Bilder gewölbt werden müssen, um mehr Punkte deckungsgleich zu bekommen. Und da fängt es an, aufwendig zu werden, und man überlässt diese Arbeit einem Rechenknecht wie PTGui. Der macht es ganz ähnlich, nur mit ausgefeilteren Methoden und Rechenansätzen, das ändert aber nicht am Prinzip.

Jetzt mal zu den "Hebeln". Angenommen, Deine ersten beiden Punkte sitzen nahe zusammen, und Du drehst die Bilder, dass die beiden Punkte passen. Alles gut? Wahrscheinlich nicht, denn wenn man nun weiter entfernte Punkte betrachtet, sieht man, dass die Drehung zu ungenau war. Um mehr Genauigkeit zu errreichen, sollten die beiden Punkte möglichst weit auseinander liegen. Wenn man sie dann zur Deckung bringt, stimmt das Gesamtbild schon viel besser. Wenn man davon ausgeht, dass die CPs auch einen oder zwei Pixel Erkennungsungenauigkeit haben können, und im ungünstigen Fall in unterschiedlichen Richtungen, dann weicht die Drehung bereits um 2-4 Pixel ab. Natürlich gemessen am Abstand der beiden Punkte. Wenn die beiden also eng zusammen liegen, kann die Abweichung am anderen Ende des Bildes schon erheblich sein. Je weiter die CPs auseinander liegen, um so gutmütiger passen die Bilder zusammen. Egal, ob man das manuell versucht, oder ob PTGui die Fleißarbeit übernimmt.

Bei der Optimierung geht es aber nicht nur um einzelne Genauigkeiten zwischen Punkten, sondern auch um eine statistische Auswertung. Angenommen, es gibt im Überlappungsbereich ein markantes kleines Motiv, das sich aber leider während der Aufnahme etwas gedreht hat. Setzt man nun genau hier zwei Dutzend Kontrollpunkte, und sonst gar keine, dann werden die beiden Bilder danach ausgerichtet, und passen natürlich gar nicht. Setzt man nun einen einzelnen weit entfernten Kontrollpunkt an eine Stelle, die hundertprozentig gut passt, dann wird dieser Punkt von PTGui als Ausreißer gewertet, weil er nicht genug Gewicht hat. Er zieht das Bild zwar ein wenig zu seinen Gunsten, hat aber nicht die Kraft, es zwingend gut auszurichten. Wenn man in seiner Nähe ebenfalls zwei Dutzend Punkte setzt, dann werden diese stärker, und beeinflussen die Lage des Bildes mehr.

Die Kunst des Fotografen besteht nun darin, Kontrollpunkte guter Qualität von schlechten zu unterscheiden, und zu wissen, wo man strategisch ansetzen muss, um Stitchingfehler zu vermeiden. Als erstes werden alle Punkte gelöscht, die auf bewegten Motiven sitzen. Dann schaut man sich die verbleibenden Punkte an, ob sie genügend großflächig verteilt sind, und auch nicht in Überkonzentration vorkommen. Mir ist auch wichtig, dass CPs immer nur bis zum nächsten Nachbarbild reichen, und keinesfalls bis zum übernächsten. Wenn es in einem Bild Stitchingfehler gibt, versuche ich zunächst, genau in diesem Bereich mehr CPs zu setzen, und eventuell andere zu löschen. Falls das nicht sauber genug gelingt, versuche ich, Bilder so zu maskieren, dass sich Stitchingfehler in unwichtige Bereiche verschieben. Beim Fotografieren kann man schon darauf achten, dass große Motive komplett auf einem Bild sind, und nicht gestitcht werden müssen. Das ist bei bewegten Szenen wichtig (Beispiel: sich drehendes Karussell/Riesenrad), aber auch dann, wenn man ohne Nodalpunktadapter arbeitet (Pole, Einbein, freihand...). Was dann noch an Fehlern bleibt, muss nachträglich retuschiert werden. Durch geschicktes Maskieren kann man sich den Retuscheaufwand aber gezielt klein und einfach halten.

Wenn es trotzdem so ist, dass ein Bild gar nicht passen will, dann stimmt vielleicht der NPA nicht, oder man hat beim Zoom versehentlich die Brennweite verändert, oder der Nadir hat doch eine Wölbung. Oder es sitzen noch irgendwo CPs zwischen zwei Bildern, die keinen Bezug zueinander haben.

Zitat

Danach wechsle ich die Haken im Optimizer so, dass die normalen Bilder nicht mehr bewegt werden dürfen, sondern nur noch das Nadirbild.

Welche Haken (Spalten) sind das dann genau?


Im Optimizer gibt es ganz rechts eine Spalte "Use CPs of". Dort kann man das Nadirbild erstmal ganz abschalten, so dass seine CPs überhaupt keinen Einfluss haben. Wenn das Nadirbild in der Vorschau stört, kann man es im Reiter "Create Panorama", dort in der Liste "Include images" erstmal abschalten, und erst später wenn man es braucht wieder einschalten.
Im Optimizer lasse ich im linken "Optimize globally" die ersten 6 Schalter für die normalen Bilder gesetzt, und schalte sie für das Nadirbild alle ab, denn sie sollen am Zwischenergebnis vor der Nadiroperation nicht mehr am Gesamtbild ruckeln.
Zum Einsetzen des Nadirbilds schalte ich in der mittleren Tabelle alle Haken aus, und nur die Zeile für das Nadirbild wieder ein, allerdings nur die ersten drei, also ohne Viewpoint. In der rechten Tabelle schalte ich jetzt alle Haken ein, dort war das Nadirbild bisher ausgeschaltet. Auch im "Create Panorama" muss das Nadirbild wieder sichtbar geschaltet werden. (Alternativ kann man das Nadirbild auch bis hierher weglassen, und jetzt erst nachladen). Wenn das Bild schon vorher drin war, hat es vermutlich schon CPs, die aber wahrscheinlich an ungeeigneten Stellen sitzen. Mit F5 wird das Bild erstmal ungefähr dahin geschoben und gedreht, wo es hingehört. Jetzt geht es ans Löschen aller überflüssigen CPs zu allen Nachbarbildern, so dass nur gute Nadirpunkte übrig bleiben. F5 rückt das Bild nochmal etwas genauer hin, und es darf noch viele Pixel Abweichung haben. Jetzt setze ich den Viewpointhaken. (Ich weiß nicht, ob er vorher stört, oder ob er immer mitlaufen könnte. Ich hatte mal den Verdacht, dass er mir schon Bilder regelrecht verknotet hatte, weil es bis dahin zu viele unbrauchbare CPs gab). Erneutes F5 sollte schon ein recht gutes Ergebnis bringen, das sich durch präziseres Setzen/Löschen von CPs meistens noch etwas verbessern lässt. Sobald der Nadir sitzt, maskiere ich die unerwünschten Teile dieses Bildes in Rot, und dann ist die Stitcharbeit eigentlich abgeschlossen.

Jetzt kontrolliere ich nur noch die Gesamtausrichtung des Panoramas, erst die Senkrechten, damit es nicht taumelt, danach meistens noch den YAW-Wert, um eine ansprechende Gesamtansicht zu bekommen.
Danach wird die Ausgabegröße angepasst, das Projekt gespeichert und gerendert.
Gruß vom pano-toffel

16

Samstag, 19. Dezember 2015, 15:57

... warum gibt's in PTGui keine Möglichkeit, ein Einzelbild so "hinzubiegen"? Oder gibt's die sogar, und ich kenne sie nur nicht?
Die Verformungen der Bilder in PTGui sind immer nur so, dass sie an die Kugelform angepasst werden. Das ist der Sinn eines Stitchers. Eine Ausnahmebehandlung bekommt nur das Viewpoint-Bild, bei dem ein Rechteckbild an einzelnen Ecken gezerrt werden kann. Weil das nur bei planebenen Flächen möglich ist, würde eine weitere Verzerrmethode in diesem Programm vermutlich nur Ärger erzeugen.
Ich habe schon Freihand-Panos gemacht, in denen ich jedes Bild als Viewpoint definiert hatte, so dass alle Bilder gezerrt und gestreckt werden können. Das sorgt im Ergebnis tatsächlich für bessere Passgenauigkeit und weniger Stitchingfehler, aber man bezahlt das damit, dass das Pano nicht sauber auszurichten ist, und verschiedene Kanten, die eigentlich senkrecht stehen sollten, dann gegenläufig kippen. Richtet man nach einer Kante aus, wird die andere schlimmer, und man bekommt es nie perfekt. Je nach Motiv oder Präsentationsformat kann man so etwas machen. Für Naturbilder oder Little Planets wäre das sicher kein Problem.

Eine andere Situation, in der man eine abweichende Zerrung gebrauchen könnte: Man fotografiert eine Rundumsicht von einem Turm aus, hat jedoch nur die Möglichkeit, aus allen 4 Fenstern Bilder zu machen, so dass von Nodalpunkt keine Rede sein kann. Die Bilder lassen sich stitchen, indem man nur Kontrollpunkte nahe dem weit entfernten Horizont wählt, so dass das Bild zumindest dort sauber rund wird.
Bei dieser Aufnahmemethode gibt es unweigerlich Konflikte im Nahbereich, die man schon von Anfang an für die Retusche einplanen muss. Hier würde ich die Ausgabe aus PTGui so wählen, dass eine psd-Datei mit Ebenen entsteht, oder jedes Bild als gezerrtes Einzelbild ausgegeben wird. Der gerade Blick aus jedem Fenster wird immer passen, und die Überlappungsbereiche würde ich ebenenweise in PS (und Co.) bearbeiten. Welche geeigneten Werkzeuge es dafür gibt, das habe ich noch nicht ergründet. Es wäre vielleicht eine Kombination aus Streckfunktionen oder das Verformen über ein Gitternetz. Nach dem Verformen ist ganz sicher noch Maskierarbeit angesagt, und danach auch noch Stempelarbeit.
Gruß vom pano-toffel

17

Sonntag, 20. Dezember 2015, 12:11

Vielen herzlichen Dank für diese sehr ausführliche Antwort!

Die Punkteliste sortiere ich nach Abstand, so dass ich die Ausreißer sofort sehe
Ach so, natürlich, das wusste ich ja schon. Dumm wenn man sich im entscheidenden Moment nicht daran erinnert. Ich war wohl irgendwie zu sehr auf's optische Finden schlecht gesetzter CPs in Bilderpaaren in der Control Points Darstellung fixiert.

Ein paar Fragen habe ich immer noch:

Im Optimizer lasse ich im linken "Optimize globally" die ersten 6 Schalter für die normalen Bilder gesetzt, und schalte sie für das Nadirbild alle ab
Wie kann man diese 6 Haken unter "Optimize globally" NUR für das Nadirbild abschalten? Oder meinst Du die Haken in der mittleren Tabelle unter Yaw, Pitch und Roll in der mittleren Tabelle, für das Nadirbild?

Zum Einsetzen des Nadirbilds schalte ich in der mittleren Tabelle alle Haken aus
Gibt's da eine Möglichkeit die alle auf einmal zu setzen oder zu entfernen? Ich fotografiere die meisten Panos ja mit dem 16mm und mache dazu 48 Fotos am Umfang plus Nadirfoto(s), da muss ich hier 47 x 3 Haken entfernen, was einzeln schon etwas mühsam ist.
leave nothing but footprints, take nothing but memories - - Meine Website

18

Sonntag, 20. Dezember 2015, 13:35

...

Ein paar Fragen habe ich immer noch:

Im Optimizer lasse ich im linken "Optimize globally" die ersten 6 Schalter für die normalen Bilder gesetzt, und schalte sie für das Nadirbild alle ab
Wie kann man diese 6 Haken unter "Optimize globally" NUR für das Nadirbild abschalten? Oder meinst Du die Haken in der mittleren Tabelle unter Yaw, Pitch und Roll in der mittleren Tabelle, für das Nadirbild?

...


Ja, die meint er. Zuerst werden die verschiedenen Paramater links bei "Field of view" etc. für alle "normalen" Bilder optimiert. Wenn das passt, werden diese Bilder bei Yaw, Pitch und Roll abgewählt und hier nur das Nadirbild für die weitere Einpassung und Optimierung ausgewählt. Die Haken für die Paramater bei "Field of view" etc. bleiben bestehen.

PS: Bei Panoramen mit sehr vielen Einzelbildern können diese im Optimizer durch Klicken auf die Zeilen-/Spaltenköpfe der Auswahltabelle Yaw, Pitch und Roll bzw. Viewpoint durch Tippen der Leertaste auf einmal aus- oder abgewählt werden.
Herzliche Grüsse

Visual.Tom

Eine Auswahl meiner Panoramen

| D850 | 16er Fisheye-Nikkor | PH720-A | DxOPhoto Lab 2 | Nikon Capture NX2 | PTGui Pro | Panorama Studio 3 Pro |

19

Sonntag, 20. Dezember 2015, 14:51

Danke Visual.Tom und Panotoffel, sehr viel gelernt. Danke

20

Sonntag, 20. Dezember 2015, 15:21

Danke Visual.Tom und Panotoffel, sehr viel gelernt. Danke

Die Lorbeeren gebühren mehrheitlich Pano-Toffel, ich habe einen kleinen Randaspekt erläutert.
Herzliche Grüsse

Visual.Tom

Eine Auswahl meiner Panoramen

| D850 | 16er Fisheye-Nikkor | PH720-A | DxOPhoto Lab 2 | Nikon Capture NX2 | PTGui Pro | Panorama Studio 3 Pro |