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Undertable

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Dienstag, 5. März 2019, 23:12

Sorry Klaus,

Ist da in dem Ministativ am Boden noch ein wenig "Reserve" für Ausgleich der Schräglage drin?

hätt ich auch gleich dran denken können: Du interessierst Dich für den Beinauszug?



Sind halt so dünne Beinchen wie bei Selfie-Sticks.
Im Vollauszug federn die schon ziemlich. Das macht glaube ich keinen Spaß.

Bei Velbon Ultra Maxi Mini und Neewer M225 ist es jeweils dasselbe:



Jedoch musste ich bislang kaum mehr wie 1 Auszug raus.
Mit den 2 ersten Auszügen ist das noch ganz passabel. In der abgebildeten Beinspreizung (nicht ganz flach) würde auch noch ein Gewicht drunter passen:

Ganz flach hat man mit den ersten beiden Auszügen als Panostativchen schon eine recht große Standfläche bzw. ein -Dreieck am Boden:

Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von »Undertable« (5. März 2019, 23:47)


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Donnerstag, 7. März 2019, 21:01

...Die Sache mit dem Gewicht will ich mal noch näher beleuchten. Bislang ist das für mich nur so eine Gefühlssache.
Habe an beiden Stativen bei Vollauszug und aufgesetzter Mijia den Schwerpunkt ermittelt und markiert, jeweils mit- und ohne Gewicht.
Im folgenden Bild für den direkten Vergleich ohne den Nivellierer:



Dazu möchte ich auch mal noch überschlägige Berechnungen anstellen damit man den tatsächlichen Nutzen auch in Zahlen greifen kann.

2 Dinge muss man da glaube ich separat betrachten:

1.) Die Schrägstellung/Neigung ab der ein nicht nivelliertes Stativ kippt


Damit will ich mal beginnen doch eins vorweg:

Im Rechnen war ich nie die hellste Leuchte und die Herleitung meiner Zahlen kann ungenau oder auch völlig falsch sein.
Denkt also bitte mit und korrigiert mich gern wenn ich im Folgenden falsch liege.



Die obere Skizze soll den seitlichen Blick auf`s Stativ zeigen.
Gedanklich steht mein Stativ lotrecht auf einem ebenen Boden der sich im Wasser befindet (nivelliert ist).
Dabei ist S der Schwerpunkt der gesamten Kombi, den ich hier durch Austarieren auf Finger und Bleistift nur grob ermittelt habe.
b ist das Stück des Monopods vom Schwerpunkt bis zur Bodenfläche hinab.

Projiziert man den Schwerpunkt lotrecht nach unten auf den Boden sollte er sich innerhalb der Standfläche befinden (untere Skizze).
Bei Tripods, um die es hier geht, ist die Standfläche dreieckig. Die Spitzen des Dreiecks sind da wo die Standfüße Bodenkontakt haben.
Nähert sich der nach unten projizierte Schwerpunkt der Begrenzung, so verschlechtert sich der Stand.
Verlässt der Schwerpunkt die Grenzen der Standfläche kippt die Kombi um.
Dass die Richtung eine entscheidende Rolle spielt sollte klar sein:
Der Schwerpunkt kommt als erstes aus dem Dreieck wenn er senkrecht auf eine der Dreiecksseiten zu wandert (a1).
Er bleibt am längsten im Dreieck wenn er entlang eines Stativbeins in die Ecken wandert (a2).

In diesem ersten Teil meiner Betrachtung gehe ich von Windstille aus und möchte mich ausschließlich mit dem Schrägstand beschäftigen.
D.h. ich möchte wissen ab welcher Schräglage/Neigung die beiden Kombis kippen würden und zwar jeweils separat:
Im best case, wenn sich die Säule exakt über ein Stativbein neigt und
im worst case, wenn sich die Säule genau zwischen zwei Stativbeinen neigt.

Wie definiere ich den Winkel ab der die Kombi kippt in der oberen Skizze als Berechnungsgrundlage?
Steht die Säule lotrecht auf nivelliertem Boden und drücke ich oben seitlich an die Säule, so kann ich das Stativ neigen.
Genauso neigt sich das Stativ wenn der Boden schräg ist.
Im worst case neige ich die Säule so, dass zwei Beine am Boden bleiben während sich das 3te Bein anhebt.
Ich kann die Säule so weit neigen bis der Schwerpunkt der gesamten Kombi exakt über der Dreiecksseite steht.
Ein Tick darüber und die Kombi kippt wenn ich sie loslasse. Ein Tick zurück und sie will wieder zurück.
In dieser Grenz-Position steht die Hypotenuse des Dreiecks (c) im rechten Winkel zum nivellierten Boden.
Diesen rechten Winkel habe ich in der oberen Skizze zur schraffierten Bodenfläche übertragen.
Die ganze Skizze (inclusive Boden) habe ich dann so schräg gestellt, dass die Säule (b) wieder senkrecht steht.
Dadurch ließ sich die Draufsicht schöner passend dazu darstellen.

Könnte man aber wieder so hin stellen wie zuvor beschrieben.
Dann wird die Grenz-Schräglage in der sich das Stativ befindet vielleicht deutlicher erkennbar.
Mit dem Finger (roter Pfeil) ein Tick mehr und die Kombi kippt. Oder anders formuliert:
Der Winkel "delta" (entspricht gefährlicher Neigung des Bodens) ein Tick größer und die Kombi kippt:



Rechenweg:

1.) tan "beta" = b/a

2.) "delta" = 90° - "beta"



Die ungünstigsten Werte habe ich rot markiert. Die besten entsprechend grün.
Masse/Gewicht habe ich nicht farblich ausgewertet. Für den Transport könnte man sagen je leichter umso besser. Bei Wind kann Gewicht hilfreich sein.

Was leite ich jetzt aus der Tabelle ab:

1.) Ohne Nivelliereinrichtung ist das A-666 auf H-50 mit meinem DIY-Gewicht der Sieger. Es würde erst ab einer Neigung von 10,7° im worst case und 20,6° im best case kippen. Dabei ist das Auge der Mijia in einer Höhe von 1,975m - 33cm über dem des Bushman!

2.) Mein DIY-Gewicht reisst`s wirklich raus! Ohne das Gewicht ist der Schwerpunkt dieser Kombi im Vollauszug 605mm über dem Boden - Der höchste Schwerpunkt. Es würde bereits kippen ab einer Neigung von 6,5° im worst case und 12,9° im best case.

3.) Mit DIY-Gewicht und mit Nivelliereinheit (FLM LB-15) hat meine Kombi den niedrigsten Schwerpunkt (353mm) bei gleichzeitig größter Arbeitshöhe: Mijia Auge knapp über 2m! Wäre die Säule starr und lotrecht zum Schulterstück, wie bei 1.) und 2.) würde die Kombi "erst" kippen ab einer Neigung von 11,1° im worst case und 21,4° im best case - Bestwerte in der Tabelle die jedoch irrelevant sind weil man durch die Nivelliermöglichkeit ja noch viel bessere Werte erreichen kann.

4.) Das Bushman ist definitiv der leichteste Kandidat. Augenhöhe der Mijia jedoch nur bei 1,62m ohne- bzw. 1,65m mit Gewicht. Auch da zahlt sich das Gewicht aus: Die Kippgefahr ist ab einer Neigung von 9,6° worst case und 18,7°best case druchaus passabel. Ich glaube man hat hier hauptsächlich eine möglichst leichte Kombi mit ordentlichem Stand kreiert und ist in der Arbeitshöhe einen Kompromiss eingegangen. Das Konzept ist aufgegangen wie ich finde.

Wer mehr Arbeitshöhe mag, oder Geld sparen will, der kennt nun auch Alternativen.
Aber: bei Wind kann das Bushman wieder punkten: schlanke Rohre = geringe Angriffsfläche, geringere Arbeitshöhe = kleinerer Hebelarm.

2 Dinge muss man da glaube ich separat betrachten:

2.) Die Kraft ab der z.B. Wind das Stativ zum Kippen bringen kann.
...Ergebnis stelle ich in den nächsten Tagen hier rein.

Das schau ich mir ein anderes mal an

Dieser Beitrag wurde bereits 9 mal editiert, zuletzt von »Undertable« (8. März 2019, 05:23)


Undertable

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Donnerstag, 25. April 2019, 19:38

Einbein A-666: schlecht verklebter Gewindeeinsatz am dicken Rohr

Hi,

ein Stück Weiter vorne wurde das billige und lange Einbein A-666 als Säule für ein Panostativ vorgeschlagen. Sein Entdecker (für`s Forum) Achim hat hier kürzlich beschrieben dass sich bei seinem Exemplar am untern Rohr die Verklebung gelöst hat.

Mein Exemplar hat zwar bislang bei seinen wenigen Einsätzen gehalten, nur hat`s mir keine Ruhe gelassen ob ich ihm wirklich teures Equipment anvertrauen kann.
Heute wollte ich`s wissen und hab`s mal beherzt abgeklopft. Hierzu hab ich das untere Rohrsegment weg geschraubt und es umgekehrt über den Holzstiel eines Kehrbesens gestülpt. Mit ein paar mäßigen Stößen von innen auf den Besenstiel musste ich gar nicht so viel Gewalt aufbringen. Der Gewindeeinsatz war schneller raus als ich dachte:

Beide Einzelteile waren offensichtlich nicht vollflächig mit einem rötlichen Kleber benetzt, sondern nur punktuell. Der Kleber hat weder im Rohr noch auf dem Gewindeeinstz gut gehalten und ließ sich für die Fotos recht leicht in 2 großen Stücken ablösen:

Auffällig auch die Weitwurfpassung mit über einem halben Millimeter Luft! Bei derart großem Klebespalt braucht es schon ein seeehr tolerantes Fügeprodukt. Meines Erachtens ist das einfach zu viel Luft.

(Loctite-) Metallkleber und Schraubensicherungen die ich so verwende brauchen i.d.R. Metallionen. Sind die Klebeflächen nicht metallisch blank kann sich das ebenfalls negativ auf die Verklebung auswirken. Damit das (besser) gegeben ist hab ich das Rohr innen ausgeschliffen. Die Beschichtung ging für ein Eloxal recht gut runter. Entweder es war ne sehr dünne Schicht oder es ist vielleicht ne andere Beschichtung?

Dann finde ich den Gewindeeinsatz des A-666 auch ziemlich kurz im Verhältnis zu seinem Durchmesser. Bei Führungen wähle ich als Faustregel gern den doppelten Durchmesser als Länge. Das muss zwar nicht unbedingt auf diesen Fall übertragbar sein aber zumindest den Durchmesser als Länge würde ich da schon haben wollen. Der zu groß geratene Klebespalt des zu kurz geratenen Gewindeeinsatzes wird nämlich zusätzlich noch durch ungünstige Geometrie eingeschränkt: Neben der Einführfase ist da zudem auch noch ein großzügiger Einstich vor dem Bund.

Hilft alles nichts, da hab ich mir lieber nen neuen Einsatz gedreht, länger, mit weniger Passungsluft und metallisch blank:


Verklebt hab ich`s mit Loctite 2701. Hat mich noch nie im Stich gelassen ;-)


Abschließend muss ich meinen guten Ersteindruck vom A-666 leider trüben.
Große Lasten sollten da seitlich und ziehend nicht drauf. Für Cliffhanger-Anordnung ist es m.E. nicht geeignet. Für Brückenpanos in hängender Anordnung auch nicht. Um`s wirklich sicher zu machen muss man schon Hand anlegen.

Undertable

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Samstag, 27. April 2019, 07:05

A-666: Gewindeeinsatz am dünnen Rohr hält gut

Nachdem der Gewindeeinsatz am Dicken Rohr so schlecht verklebt ist wollte ich gestern den am dünnen Rohr auch überprüfen.
Hier hab ich zunächst ein Rundmaterial senkrecht in den Schraubstock gespannt und das Rohrstück drüber gestülpt.
Von Hand geführt ist es mir nicht gelungen den Gewindeeinsatz zu lockern.

Anschließend hab ich das Rohrstück in der Drehmaschine gespannt und hab das Rundmaterial durch die Spindelbohrung ins Rohr geführt.
Selbst mit Gummihammer-Schlägen auf das Rundmaterial ließ sich der Gewindeeinsatz nicht lockern.

Am dünnen Rohr meines Exemplars hält der Gewindeeinsatz also sehr gut.

kbaerwald

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105

Samstag, 27. April 2019, 08:48

Moin Oli

wahrscheinlich ist es beim nächsten Rohr genau anders herum: dick hält, dünn gibt nach! Ich glaube nicht nur an einen Konstruktionsfehler, sondern an eine eher schlechte Qualität bei der Fertigung - siehe Preis. Jedenfalls wissen wir nun, warum manche Stative das Doppelte und Mehrfache kosten. Danke für deine Mühe.

Motto: Was sind Schnäppchen? Das sind Produkte die noch nicht kaputt gegangen sind (grins).

Fröhliches Wochenende, Klaus

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Samstag, 27. April 2019, 11:36

Hallo Klaus,

wahrscheinlich ist es beim nächsten Rohr genau anders herum: dick hält, dünn gibt nach! Ich glaube nicht nur an einen Konstruktionsfehler, sondern an eine eher schlechte Qualität bei der Fertigung - siehe Preis.

Ja, ist wohl leider so.

Jedenfalls wissen wir nun, warum manche Stative das Doppelte und Mehrfache kosten.

Teure Fabrikate haben je nach Anwendung natürlich ihre Daseinsberechtigung. Wer so was gewerblich oder professionell betreibt, der wird sich gleich was Gescheites kaufen. Wenn Dynamik im Spiel ist und/oder Kräfte auch quer auftreten, dann ist man z.B. mit Ambient Poles / Mikrofonangeln gut beraten, die sind dafür ausgelegt.
Wenn`s nur um standardmäßig stehende Anordnung beim Aufsetzen moderater Lasten geht, dann muss es nicht immer der teuerste Stab sein. Ich finde es unheimlich spannend was sich gerade auch mit billigeren Stangen machen lässt. Zwischen teuren Edel-Marken und billigstem China-Schund gibt es nämlich durchaus auch Brauchbares für weniger Geld, für mich hat sich da z.B. Sirui als ein solcher Favorit heraus kristallisiert, die bieten im mittleren Preissegment durchaus brauchbare Qualität.

Ich scheu mich aber auch nicht im unteren Preissegment zu experimentieren. Das hier abgehandelte A-666 würde ich nach neuesten Erkenntnissen zwar weder für cliffhanger benutzen noch würde ich eine (schwere) DSLR drauf setzen oder gar dran hängen. Bei stehender Anordnung, als Mittelsäule auf nem Ministativ, um oben z.B. ne leichte 2-Äugige aufzusetzen, da hätte ich selbst bei der lausigen Verklebung nach wie vor keine Bedenken. Man muss eben wissen was man damit macht.

Motto: Was sind Schnäppchen? Das sind Produkte die noch nicht kaputt gegangen sind (grins).

Schön formuliert :-)

Fröhliches Wochenende, Klaus

Danke, Dir auch
Oli