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Undertable

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Samstag, 12. Januar 2019, 14:44

Bushman Monopod für 2-Äugige One-Shot-Vollsphärenkameras

Im Nachbarthread Mijia MiSphere gings u.a. auch um kompakte selbststehende Pano-Stativchen für One-Shot-Vollsphärenkameras. Hier hat Volker auf das Bushman-Monopod hingewiesen und dieses Video aus der Tube dazu verlinkt.

Mein persönlicher Vorab-Eindruck war, dass speziell für diesen Zweck hier erstmals mal was Vernünftiges als Kauflösung angeboten wurde. Das Ding hat mein Interesse geweckt, so dass ich mir`s näher anschauen musste:

Preis:
inclusive Steuern und Versand nach Deutschland summierten sich 146,80€.


Im Nachbarthread hatte ich hier versucht mit Kaufteilen möglichst billig was Ähnliches zu kombinieren. Das wäre mit rund 43€ möglich, jedoch muss man zumindest beim Adapterbolzen auf die Kamera noch minimal Hand anlegen (bearbeiten) und in in puncto Stabilität und Standfestigkeit schon Abstriche machen. Aber zurück zum Bushman Monopod...

Standfuß:
der scheint mir in Größe und Stabilität ideal für diesen Zweck zu sein und ist obendrein noch sehr gut verarbeitet.
Metallteile mit ordentlicher Lagerung und festen Anschlägen. Hartgummieinsätze nur beim Bodenkontakt.
Bei noch kompakter Bauform ist die Standfläche relativ groß - Eine ausgesprochen gute Basis für guten Stand:


Adapter:

aus Edelstahl, ist dreiteilig, bestehend aus Adapterbuchse, Gewindestift und äußere Buchse die miteinander verpresst und/oder verklebt sind (kein Demontageversuch meinerseits).
Hier wurde bewusst ein schweres Material gewählt das ebenfalls zu sicherem Stand beitragen soll.
Zumindest ohne aufgesetzte Kamera dürfte der niedrige Schwerpunkt dafür sorgen dass das Stativ nicht bei jedem Windzug zu kippen neigt.
Das konnte ich bei meinen Versuchen auch nachvollziehen.

Bei Vollauszug und aufgesetzter Mijia konnte ich subjektiv kaum einen Unterschied zu meiner Zusammenstellung mit Billigteilen feststellen.
Beide Stative standen nebeneinander auf Teppichboden. Wind habe ich durch leichtes Anschubsen mit dem Finger in mehrere Richtungen simuliert, jeweils übers Stativbein und über die kurze Seite dazwischen.
Für ähnliche Versuchsbedingungen habe ich an meiner Zusammenstellung das (8€-)Racksoy-Stativchen gegen das (39,94€-)Neewer (M225) ersetzt, damit eine vergleichbare Dreipunktauflage erreicht wird. Gesamtpreis dann allerdings schon 74,34€ statt 42,40. Jedoch ist man dann aufgrund der Teleskopbeine in der Dreipunktauflage flexibel und könnte für sichereren Stand z.B. bei Wind noch weiter ausziehen!

Montage:
Fuß, Adapter und Monopod lassen sich schnell und gefällig zu einer robusten Standeinheit miteinander verschrauben.


Teleskoprohr:
Besonderheit sind die für diesen Zweck optimalen Enden. Oben das kleine Fotogewinde in richtiger Länge so daß man Mijia MiSphere oder Theta direkt drauf schrauben kann. Dabei sind Rohr und Anschlag so klein dass sie auch unter der schmalen Mijia verschwinden.


Das dünne Rohr ist zwar an sich etwas lummelig aber für diesen Zweck vollkommen ausreichend. Unten das kleine Fotogewinde als Bohrung in eine plane Stirnfläche. Das ist in meiner Sammlung bisher einzigartig! Mehr oder weniger sitzt bei allen Exemplaren meiner Sammlung die Fußgewindebohrung vertieft, weil dort i.d.R. der Kamerabolzen (kleines/großes Fotogewinde) bzw dessen Sechskant zur Mitnahme versenkt wird. Das ist gut bei Standardanwendung aber schlecht wenn man das Einbein umgekehrt mit dem dicken Teil nach unten z.B. auf ein Ministativ schrauben will. Da braucht es dann längeres Bolzengewinde was i.d.R. zusätzliche Adapter erfordert. Das Bushman Monopod lässt sich so einfacher adaptieren.

Dieser Beitrag wurde bereits 24 mal editiert, zuletzt von »Undertable« (13. Januar 2019, 18:19)


Undertable

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Samstag, 12. Januar 2019, 14:46

Teleskoprohr:
Die Rohrsegmente haben bei geöffneter Klemmutter eine Verdrehsicherung, mit Ausnahme des oberen dünnen Rohrs.
Im demontierten Zustand sehen dessen Gleitelemente auch anders aus als die der unteren Rohre:


Arbeitshöhe:
Voll ausgefahren ist das Bushman Monopod nur minimal höher als meine billige Zusammenstellung(en):
Hier links neben oben verlinkter Billigstausführung


Hier links neben Billigausführung, allerding mit Neewer-Tisch-Stativ-Fuß als Vergleichskombi für meine Kipptests (bei ähnlicher Beinspreizung)


Der minimale Höhenunterschied beim Bushman ist vermutlich durch dessen Edelstahladapter begründet.


Hier noch zusammen geschoben:


Fazit:
Eine gelungene Kauflösung, die ihren Zweck meines erachtens optimal erfüllt.
Wer bereit ist 146,80€ hinzublättern bekommt hier was wirklich Feines.
Aus Billigteilen was zu kombinieren geht nicht immer ganz ohne Bastelei. Meiner Meinung nach lohnt es sich aber trotzdem.
Die Unterschiede im Endresultat sind zwar klar erkennbar aber sie fallen geringer aus als man angesichts des Preisunterschieds vielleicht erwartet.
Mit anderen Worten: auch mit Billigteilen kann man sich was zusammenstellen das den Anforderungen bei gelegentlicher Nutzung genügt.

Über die Anzahl der Rohrsegmente kann man philosophieren. Zu Gunsten des kleinen Packmaßes bevorzuge ich i.d.R. 6 Segmente.
Jedoch muss man beim Auf- und Abbau dann auch jeweils 2 Muttern mehr betätigen, was an sich aber auch kein Aufwand ist.
Im direkten Vergleich der beiden Lösungen ist der Unterschied im Packmaß wohl eher zu vernachlässigen.
Ich nehme an es wurden 4 Segmente gewählt um mehr Steifigkeit zu erreichen, was bei den dünneren Rohren sicherlich kein Fehler ist.

Dieser Beitrag wurde bereits 6 mal editiert, zuletzt von »Undertable« (14. Januar 2019, 05:59)


kbaerwald

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Samstag, 12. Januar 2019, 15:56

Hallo Oli,

danke wieder einmal für deine Mühe mit dem Stativ! Deine Argumente kann ich voll und ganz nachvollziehen!

Ich möchte auch noch einmal auf die grundsätzliche Problematik der leichten 360Grad-Billiglösungen hinweisen: die Kameras sind so extrem leicht (und manchmal mit so großer Oberfläche ausgestattet), dass sie schnell Beute eines leichten Windstoßes werden und mitsamt Stativ umfallen.

Dem könnte man entgegenwirken, wenn man die Spreizung des Fußes vergrößert, hat dann aber bei 360Grad das Problem eines großen "footprints". Wie sieht das eigentlich bei deinen verwendeten Standfüßen aus? Wie schwer sind die denn so, bzw. ist da evtl. noch Platz für kl. Gewichte über oder unter dem Fuß? Die Idee dabei ist ja eigentlich: das Rohr so leicht wie möglich zu machen und den Fuß so schwer wie nötig. Damit würde der Schwerpunkt des Gesamtgebildes ziemlich nach unten gezogen, was der Windstabilität zugute kommt.

Bei starkem Wind, wie z.B. hier und heute in Ettlingen, kann ich ansonsten nur fotografieren, wenn ich die Kamera (MiSphere360) mitsamt Stick über mich halte und anschließend einige Zeit beim Retuschieren verbringe.

Gruß, Klaus

Undertable

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Samstag, 12. Januar 2019, 16:10

Hallo Klaus,

gerne :-)

Diese Art von Ministativ muss eigentlich immer mit dem nötigen Feingefühl eingesetzt werden.
Der Ansatz mit Gewichten und niedrigem Schwerpunkt ist zwar prinzipiell richtig, aber wie Du schon geschrieben hast bietet z.B. die Mijia ein breite Angriffsfläche.
Der lange Hebel bei Vollauszug wirkt dem Gewicht (mit relativ kurzem Hebel) doch stark entgegen.
So hat sich das bei meinen simplen Schubs-Tests auch gezeigt. Dazu angeregt hat mich das Video aus der Tube. Da wurde auch leicht am Stativ geschubst um die Standfestigkeit zu demonstrieren.

Wie gesagt konnte ich das nachvollziehen solange keine Kamera drauf war.
Mit der Mijia oben drauf konnte ich dem Zusatzgewicht des "schweren" Bushman-Adapters REIN SUBJEKTIV BEURTEILT keinen eindeutigen Nutzen mehr zuschreiben.
Und ich testete nur schubsend, quasi bei Windstille im Zimmer ;-)

Von der Ablage- oder Befestigungsmöglichkeit mal abgesehen müsste man Versuche machen welches Gewicht einem Windangriff bei ungünstigen Bedingungen standhalten würde.
Ich glaube fast das Gewicht will man auf Spaziergängen nicht unbedingt mit herum tragen ;-)

kbaerwald

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Samstag, 12. Januar 2019, 18:07

Hallo Klaus,
...

Von der Ablage- oder Befestigungsmöglichkeit mal abgesehen müsste man Versuche machen welches Gewicht einem Windangriff bei ungünstigen Bedingungen standhalten würde.
Ich glaube fast das Gewicht will man auf Spaziergängen nicht unbedingt mit herum tragen ;-)
Du hast ja recht - man muss die Kirche im Dorf lassen!

Und nicht nur der Wind setzt der kleinen Kamera zu: habe doch letztens erlebt, dass bei dem zierlichen Profil von Kamera und Stativ der Aufbau fast von einem Mountain Biker umgefahren wurde. Also - nichts gegen Mountain Biker (der hat sich auch ganz schön erschrocken), aber man muss dat Ding manchmal hüten wie seinen Augapfel :).

So mittenmang in der Stadt trage ich es mittlerweile am Stick herum und recke es dann bei Aufnahmen am Ärmchen hoch. Da gelingen eher spontane Fotos (von wegen Street Fotografie ... he, he). Alles andere wird dann mit dem großen Besteck gemacht.

Wünsch dir noch ein schönes Wochenende.

Gruß, Klaus

Undertable

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Mittwoch, 16. Januar 2019, 23:21

Dreibein-Überblendung Neewer/Bushman

Überblendung vom ausziehbaren Neewer-Dreibein und dem des Bushman Monopod:

Eingefahren hat das Neewer vergleichbaren Stand wie das Bushman
Durch Ausfahren kann man beim Neewer den Stand aber noch weiter verbessern, z.B. bei Wind.
Der Footprint wird dabei entsprechend größer

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Undertable« (17. Januar 2019, 05:10)