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1

Montag, 27. November 2017, 10:22

ein kleines astronomisches Panoramafilmchen

Hallo,

ich habe jetzt auch mein letztes Panoramafilmchen aus dem Harz zusammengebastelt. Die ganze Sache war ein ziemlicher Horrortripp. Schon der Weg war eine Katastrope, die Krönung war aber ein Fotograf der auftauchte als ich mein Geraffel fast komplett aufgebaut hatte. Der gute Mann beleuchtete die ersten eineinhalb Stunden die Gegend mit seiner Taschenlampe, was zu üblen Problemen bei der EBV führte. Trotzdem habe ich es jetzt geschafft fast alle Artefakte zu entfernen.

http://panoristik.de/daten/harz_02/index.html

Ich hoffe das Ergebnis gefällt. Die Lichtverschmutzung ist natürlich heftig, aber das ist im Norden nicht zu ändern. Trotzdem sieht man noch ein klein wenig Zodiakallicht. Außerdem sieht man über die Nacht, von osten bis sudwesten, die geostationären Satelliten aufleuchten und verlöschen, fast ähnlich einer Perlenkette.


Grüße

Rainmaker

P.S.: Ich hoffe die Bilder des Fotografen sind wenigstens etwas geworden, denn sonst würde ich mich über die notwendige Mehrarbeit echt ärgern. ;)

2

Montag, 27. November 2017, 14:47

Hallo Rainmaker,

schön anzusehen! Kannst Du mehr über das Shooting und die Erstellung des Videopanoramas erzählen?

Warum war der Weg schon eine Katastrophe? Unwegsames Gelände im Dunklen zu erwandern?
Konntest Du den Fotografen nicht überreden, einen anderen Standort aufzusuchen?
Wie lange hast Du da oben ausgeharrt?
Sind die Aufnahmen mit Zeitrafferautomatik geschossen?
Welches Equipment hast Du da eingesetzt?
Unten im Lade- und Abspielbalken wäre eine laufende Anzeige der Uhrzeit ganz schön.
Die geostationären Satelliten finde ich sehr schön eingefangen! So habe ich die noch nie gesehen.
Wie groß ist die zu ladende Datei?
Bei mehrmaligem Abspielen gab es bei meiner (noch) 6000 KB/s DSL-Bandbreite keine Zwischenstopps mehr.
Welche Software hast Du für die Erstellung des Panoramavideos benutzt?
Musstest Du hunderte Einzelbilder wegen des Taschenlampenlichts einzeln nachbearbeiten?
Wieviele Bilder enthält das Video?
Hat sich im Nachhinein für Dich der Aufwand gelohnt?
Zeigst Du das Ergebnis auch auf anderen Plattformen, wenn ja, auf welchen?
Könnte das Video auch so auf YouTube dargestellt werden?

Viele Grüße

Harald

3

Montag, 27. November 2017, 16:19

Hallo Harald,

jetzt weiß ich warum ich plötzlich Magenschmerzen bekommen habe, Du hast mir glatt ein Loch in den Bauch gefragt. ;)

Erst Stau, deshalb beginnt das Video auch erst nach der Dämmerung, dann ein Weg den man eher als schlammiges Bachbett mit großen Steinen bezeichnen sollte. Die Crossfahrer die da rauf und runterfahren sind haben die Piste jedenfalls mächtig zerlegt. Der Fotograf ließ sich nicht wirklich überreden, denn er war ja auch extra wegen des Ortes da, aber er hatte als Ortskundiger natürlich einen besseren Weg gefunden. Aufgenommen wurde das Video mit einem Grüppchen aus D800 Kameras, das ist aber keine Empfehlung, eher das Gegenteil. Die Kameras leiden unter einem hässlichen Banding welches sich zu allem Übel auch noch bewegt. Der Spaß in der Post war alleine schon deshalb gegeben. ;) Bearbeitet wurden die in den rund 10h angefallenen 7000 Raws mit ACR, Aftereffects, PTGui und die Animation erfolgte mit Pano2VR. Die Zeitrafferautomatik habe ich aber nicht genutzt. Einmal, weil die alles andere als sicher funktioniert und weil angeblich die Kameras langsam auseinanderlaufen würden. Ich habe einen externen Timer mit einem "Splitter" für das Auslösesignal verwendet.

Die Bilder mit dem Taschenlampengefunzel habe ich nicht händisch bearbeitet, denn dann wäre ich heute noch nicht fertig. Ich habe einen Deflickerer drüberlaufen lassen, was ewig gedauert hat. Die restlichen noch Fehler zeigenden Bilder habe ich dann händisch angeglichen und von Artefakten befreit. Das war eine Arbeit welche ich nie wieder durchführen möchte. Von daher werde ich wohl demnächst noch ein Yetikostüm mit mir auf den Berg schleppen um potentielle Fotografen welche Taschenlampen verwenden zu erschrecken ... ;)

Das Video ist, wie Du ja schon bemerkt hast ziemlich groß, nämlich etwas mehr als 100Mb. Ich muss mal schauen ob man da noch etwas dran drehen kann, aber schon jetzt sieht der Hintergrund durch die Kompression schmutzig aus. Keine Ahnung ob sich der Aufwand gelohnt hat? Keine Ahnung, zumindest habe ich gelernt, dass ein Rechenknecht mit nur vier Kernen zu langsam ist und das man statt Festplatten wohl lieber SSDs verwenden sollte, aber da gibt es ja noch das kleine Problem mit dem Preis. Mein Rechner muss jedenfalls noch für zwei oder drei Jahre reichen.

Ich habe das Filmchen auch in zwei weiteren Foren gezeigt, das Interesse ist aber bisher gering. Das ist aber kein Problem, es ist halt etwas spezielleres, was nicht jeden anspricht. Auf YT würde das Filmchen sicher auch laufen, aber da müsste man noch ein spezielle Tag einfügen, damit der Player es auch als Video anzeigt. Auf Vimeo ist es glaube ich ähnlich.


MfG

Rainmaker

soulbrother

Mega-User

Beiträge: 840

Wohnort: München

Beruf: Werbe- und Panoramafotograf, Fototrainer

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4

Montag, 27. November 2017, 21:54

Also Bernd, das ist trotz der Umstände sehr gut anzusehen. KLASSE!!!!

5

Dienstag, 28. November 2017, 17:20

Bernd, wirklich gut und entspannend anzusehen.
Danke fürs Zeigen.
Gruß
Peter

Nikon D7100, Nikon 10,5, Nikkor 18-105, Tamron AF 70-300.

Meine unzulänglichen Versuche

6

Dienstag, 28. November 2017, 20:15

Traumhaft schön anzusehen,

vielen Dank!

LG, Mark

Nikopan

Mega-User

Beiträge: 1 490

Wohnort: Innsbruck, Österreich

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7

Mittwoch, 29. November 2017, 17:23

Hallo Rainmaker,

eine absolut starke Arbeit - die Drehung der Erde ist so für den Betrachter wunderschön zu erkennen.

Hammer!!!

LG
Bernd

8

Mittwoch, 29. November 2017, 21:21

Hallo,

schön wenn es euch gefällt, dann war es ja nicht komplett sinnfrei. Unterhalb der Andromeda scheint sich übrigens noch der Gegenschein verewigt zu haben. Ich hätte nicht gedacht, dass er sich trotz der Lichtverschmutzung ablichten lässt. Mal sehen ob ich nächstes Jahr noch ein paar Panoramafilme unter dem noch deutlich besseren Alpenhimmel hinbekomme. Dieses Jahr hat es wettertechnisch nicht so ganz geklappt. In der ersten Nacht in den Alpen gab es Wolken, obwohl laut allen verfügbaren Wetterberichten klarer Himmel sein sollte und in der zweiten Nacht ging alles im Nebel unter.

Im nächsten Jahr reicht dann die Spannungsversorgung auch über die ganze Nacht und holy grail dürfte ebenfalls möglich sein.


MfG

Rainmaker

9

Freitag, 1. Dezember 2017, 18:54

Auch ich habe das Filmchen angesehen und bin schwer beeindruckt. Bisher habe ich nur einige Versuche gemacht, den Sternenhimmel einmal selbst auf den Sensor zu bannen ... im Vergleich zu meinen Bildern > Respekt !
LG, Henrik

10

Dienstag, 5. Dezember 2017, 12:50

Hallo Henrik,

danke für die Blumen. Ja, die Sache mit den Astropanos ist nicht so ganz einfach. Ich habe ja damals schon in deinem ersten Posting gesagt, dass ich zumindest eines deiner Nachtpanos kenne. Leider war die begrüßung wohl nicht so ganz deine Sache und Du hast Dich damals zurückgezogen. Nun hoffe ich aber, dass Du mal ein paar Panos nachlegst, vielleicht sogar Pano vom Sternenhimmel. ;)

Hier noch mal zwei YT-Links. Einen zu dem hier schon vorgestellten Pano aus dem Harz und einen zu meiner diesjährigen dreitägigen und leicht "verunglückten" Astroreise in die Alpen. Das Wetter ist halt nicht immer so wie die Meteorologen es vorhersagen ...

https://youtu.be/TelaXeMfXcY

https://youtu.be/bUx5MMDWabI


MfG

Rainmaker