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marijonas

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21

Donnerstag, 10. Februar 2011, 07:46

Bei einem Fisheye hat man ja zum einen das Problem, dass die Sterne sich nicht alle Gleichmäßig bewegen, da man ja im extrem Fall sowohl den Pol als auch den Bereich über dem Äquator im Bild hat. Und zum anderen verzerrt das Fisheye ja.


Ich habe mir das noch Mal überlegt mit den Fisheyes:

Die Einzelaufnahmen zu drehen und zu überlagern funktioniert nur dann exakt, wenn man den Polarstern genau in der Mitte vom Bild hat.
Egal ob Fisheye oder normale Optik, der Drehwinkel im Bild ist und bleibt der gleiche. Beim Fisheye sind die Sterne am Rand nur näher am Zentrum abgebildet.

Sobald man aus der Mitte herausgeht, hilf es nur (wenn man es exakt haben will) das Bild auf die Kugel zu projizieren und dann passend zu verdrehen.
Eine zirkulare Bildausgabe in Layern mit dem Polarstern in der Mitte, ist dann die passende Wahl um die Bilder nachträglich hinzudrehen.

Aber für die Sterne, die vom Polarstern weiter entfernt sind gibt es evtl. noch die Möglichkeit mit einem Fisheye (evtl. im Querformat) zu fotografieren, denn bei einem Fisheye dürften die Pixel/Grad Bildwinkel über das Bild konstant sein.
Diese Methode funktioniert nur, wenn die Abstände vom Polarstern nicht zu unterschiedlich sind, sprich ein schmales Band.
Aber wenn man ein zentrales Bild vom Polarstern hat, bleibt nur noch ein "wenig" Rand im Süden übrig.
Anmerkung: Bei einem rectilinearen 15mm KB-Objektiv hat man in der Ecke 1,5 Mal mehr Pixel/Grad als in der Mitte.

Noch eine Möglichkeit wäre noch das manuelle Nachführen: Das heißt: Die Drehachse vom Rotator zum Polarstern ausrichten, dann in Lifeview warten, bis ein Stern an einer bestimmten Stelle ist und auslösen. Dann den Rotator weiterdrehen und warten, bis der Stern wieder an der gleichen Stelle ankommt und auslösen. Das macht man aber sicher auch nur für wenige Einzelaufnahmen ;-) .
Dabei ist die Objektivwahl wiederum egal.

Mal sehen, wann wir die nächsten Deep-Sky-Panoramen zu sehen bekommen.

Viel Erfolg

Richard

22

Freitag, 11. Februar 2011, 00:18

Aber für die Sterne, die vom Polarstern weiter entfernt sind gibt es evtl. noch die Möglichkeit mit einem Fisheye (evtl. im Querformat) zu fotografieren, denn bei einem Fisheye dürften die Pixel/Grad Bildwinkel über das Bild konstant sein.


Das bezweifle ich, da das Fisheye zum Rand hin das Bild ja immer stärker staucht und somit die Sternenbahnen kürzer wären als im Zentrum. Man könnte die Bilder zwar trotzdem passend drehen, das das Objektiv ja immer gleich verzerrt aber das würde natürlich nur auf einer Kreisbahn um den Polarstern funktionieren, was die Vorteile eines Fishs ad absurdum führt. Wäre der Stern im Zentrum wäre es natürlich kein Problem die Fotos auszurichten aber das ist selbstverständlich nicht annähernd eine Lösung.

Ich denke pano-toffels Idee alle verfügbaren Aufnahmen in einem Projekt zu stitchen ist die beste. Es ist zwar immer noch arbeitsintensiv, dürfte aber die besten Ergebnisse liefern.

Gruß,
WALL*E

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »WALL*E« (11. Februar 2011, 00:25)


marijonas

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23

Freitag, 11. Februar 2011, 11:06

Das bezweifle ich, da das Fisheye zum Rand hin das Bild ja immer stärker staucht und somit die Sternenbahnen kürzer wären als im Zentrum.


Hallo WALL*E,

so das habe ich jetzt Mal mathematisch nachvollzogen.

Bei einem fullframe Fisheye mit raumwinkeltreuer Abbildung schrumpft der Darstellungsmaßstab von der Mitte zur Bildecke um etwa 30%.

Und ich dachte, ein Fisheye würde den Kugelumfang sauber abwickeln.
Das ist anscheinend nur bei den zirkularen Fisheyes so, die bilden äquidistant ab.

Da habe ich mich getäuscht. Aber selbst dann wäre es nicht sauber möglich, da Kreise nach außen hin ja gedehnt werden auf dem planen Sensor. Sprich es ist und bleibt eine Projektion und diese ist nicht durch Drehen passend zu überlappen, außer es dreht sich alles um die Bildmitte.

Beim 8mm Samyang (stereografische Projektion) wächst der Maßstab übrigens um 100% vom Zentrum zur Bildecke.

Hier vielleicht noch ein interessanter Link zu den Projektionsarten:

http://www.cambridgeincolour.com/tutoria…projections.htm

Lieben Gruß

Richard

Dieser Beitrag wurde bereits 3 mal editiert, zuletzt von »marijonas« (11. Februar 2011, 12:15)


24

Samstag, 12. Februar 2011, 00:09

Das ist anscheinend nur bei den zirkularen Fisheyes so, die bilden äquidistant ab.


Da scheint es etwas Verwirrung zu geben. Der Unterschied zwischen zirkular/circular und diagonal/full-frame ist lediglich, wie viel des 180°-Bildkreises auf dem Sensor abgebildet wird. Das neue Canon 8-15mm z.B. kann man sowohl als circular Fisheye benutzen (auf VF-Sensor wird bei 8mm der komplette Kreis wird abgebildet) als auch als full-frame (180° diagonal über den Sensor). Die Projektion ist dabei natürlich immer die selbe. Ist auch sehr schön zu sehen, wenn man in PTGui im Editor zwischen Circular und Full-frame umschaltet. Bei Circular wird auf einen 180° Bildkreis beschnitten, bei Full-frame alles angezeigt.

Gruß,
WALL*E

marijonas

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25

Samstag, 12. Februar 2011, 09:53

Der Unterschied zwischen zirkular/circular und diagonal/full-frame ist lediglich, wie viel des 180°-Bildkreises auf dem Sensor abgebildet wird.


Das dachte ich auch früher. Nach einiger Recherche habe ich festgestellt, dass es verschiedene Projektionsarten für Fisheyes gibt.
Natürlich hat ein Zoom immer die gleiche Projektion, aber welche, das ist nicht von vornherein klar.

Hier ein Link, der das recht gut aufzeigt:

Lenstip

Die grüne Linie in der Grafik entspricht der linearen Winkelabwicklung, so wie das bei den zirkularen meistens der Fall sein soll (vermutlich 8mm Peleng).
Die blaue Linie entspricht meist den Fullframe Fisheyes (10,5mm Nikon, aber vermutlich auch 8mm Sigma. Dabei wird zur Ecke hin, der Winkel um ca. 30% geschrumpft.
Je nach "Verzeichnung" (Abweichung) von diesem Ideal gibt es sicherlich auch noch alle möglichen Kurven dazwischen.

Aber welche Projektionsart ein Fisheyezoom hat, kann man so generell nicht beantworten. Man kann mit Hilfe der Brennweite und dem Bildkreisdurchmessers bei 180° Rückschlüsse auf die Abbildungsgleichung ziehen.

So hat das 8mm Peleng angeblich einen Bildkreisdurchmesser von etwa 26mm und das 3,5/8mm Sigma von 23mm.
Meiner Meinung nach liegt bei diesen beiden Objektiven eine andere Projektionsart zu Grunde.

PTgui verwendet standardmäßig erst Mal nur eine Projektionsart. Deswegen sieht man auch keinen Unterschied beim Umschalten von cirzular auf fullframe. Nach dem Stitchen passt es die Projektionsart mittels Parametern an.
Sonst könnte man ein stereografisches Fisheye wie das Samyang mit PTgui nicht stitchen.
Die Brennweite wird ja auch anschließend angepasst.

Lieben Gruß

Richard

26

Samstag, 12. Februar 2011, 20:55

Natürlich bilden nicht alle Fisheyes gleich ab aber das ändern nichts daran das zirkular und diagonal keine unterschiedlichen Projektionsarten sind. Es hat reich gar nichts mit der Projektion an sich zu tun. (Außer das man durch unterschiedliche Projektion den Bildkreis natürlich ach auf einem kleineren Sensor voll abbilden könnte) Die Bezeichnung sagt nur aus, wie viel des Bildkreises abgebildet wird. So kann ein Objektiv am APS-C ein "diagonal" Fisheye sein und auf einem VF-Sensor ein "circular" Fisheye.

Gruß,
WALL*E

marijonas

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27

Samstag, 12. Februar 2011, 21:17

Hallo WALL*E,

o.k. dann sind wir ja gleicher Meinung. Ich hatte nur wiedergegeben, was ich so im Web drüber gelesen habe.
Da stand eben meist bilden zirkulare Fisheyes äquidistant ab ...

Sorry, dass ich das in meinem Beitrag so verallgemeinernd geschrieben habe.

Vielen Dank für Deine Klarstellung.

Richard